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"Einkaufskraft in Olfen halten." Thema im nächsten Bauausschuss
Einer völlig verkehrsberuhigten Olfener Innenstadt erteilte Karl-Friedrich Schulte-Uebbing eine klare Absage: Das würde sich auf den Umsatz der Einzelhandelsgeschäfte in der City sehr negativ auswirken. Schulte-Uebbing ist Hauptgeschäftsführer der IHK in Münster.
"Der Mensch ist nun mal ein Herdentier. Das ist überall zu beobachten. Deshalb geht er gerne dorthin, wo etwas los ist. Und wenn sie die Olfener Innenstadt von den parkenden und fahrenden Autos befreien, wird sie leer sein. Dann wird es heißen: In Olfen ist nichts los", meinte der Referent bei dem Infoabend "Innenstadt und Wirtschaft", der am Dienstagabend auf Einladung der CDU in der Volksbank stattfand. Seine Zahlen: 2200 Arbeitsplätze bietet Olfen. 640 davon werden von Olfenern besetzt, etwa 1500 Arbeitnehmer kommen aus den Nachbarstädten zu ihrem Arbeitsplatz nach Olfen. Aber: 2900 Olfener verlassen allmorgendlich die Stadt, um auswärts ihrer Arbeit nachzugehen.
"Ihr Ziel sollte es sein, die Einkaufskraft Pendler im Ort zu halten - mit attraktiven Angeboten. Dazu gehört auch das Parkplatzangebot und die Möglichkeit, in unmittelbarer Nähe der Geschäfte zu parken." Schulte-Uebbing hatte seine Hausaufgaben gemacht, hatte City und Gewerbegebiete gesehen, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Dabei fand er ein großes Angebot an Lebensmitteln und Drogerieartikeln. "Auch Schuhe gibt es - aber bei den Textilien sieht es sehr kritisch aus." Die Außengastronomie sei ebenfalls von großer Bedeutung: "Sie müssen den Besuchern, ob Olfener oder Gäste, eine Aufenthaltsqualität bieten. Sie müssen sie auf ihre Stadt einschwören." Auch Vereine könnten hierbei hilfreich sein.
Bezüglich des Tourismus müsse das Münsterland eine Sprache sprechen und neue Ideen suchen. "Das Münsterland bietet doch mehr als Pferde und Fahrräder." Dabei müsse der Planer immer die demographische Entwicklung beachten: "Die angesprochenen Bewohner des Ruhrgebietes sind zehn Jahr älter als der NRW-Durchschnitt."
Schulte-Uebbing und Geschäftsführer Joachim Brendel, innerhalb der IHK für Handel und Verkehr verantwortlich, halten die Realisierung der B 474 n für dringend erforderlich. "Denn für Industrieansiedlung, für die Schaffung von Arbeitsplätzen, aber auch für den Tourismus ist dieser Durchstieg von immenser Bedeutung." Den Einwurf von Joachim Brendel, Olfen habe sich zu schnell von der Unterstützung der B 474 n abgewandt und sich für die Kreisstraße 9n entschieden, wollte Bürgermeister Himmelmann nicht gelten lassen. "Seit 1963 diskutieren wir über diese Straße. Die politischen Verhältnisse lassen uns nicht glauben, dass die B 474 n bald realisiert werden kann. Und ich möchte den Olfenern den starken Durchgangsverkehr nicht länger zumuten."
Quelle: WAZ Olfen, 23. März 2006