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"Das neue Gutachten kommt zu den Ergebnissen, die sich der Auftraggeber und der Finanzier des Gutachtens wünscht. Warum sollte es hier auch anders sein als bei den meistens bestellten und bezahlten Gutachten?" fragt Stach. "Wir stellen seit Jahren den wachsenden Verlust industrieller Arbeitsplätze in Deutschland fest, u.a. auch wegen der Verlagerung der Produktion nach Osteuropa und Asien.Dieser Trend setzt sich in den nächsten Jahren fort", ist sich Stach sicher. Alle Wirtschaftsfachleute in den Unternehmen, der Politik und der Wissenschaft seien sich darüber im klaren, dass es nicht gelingen werde, diesen Trend aufzuhalten angesichts der Billiglohnstruktur in Osteuropa und Asien. "Woher die New Park Befürworter ihre Erkenntnis herleiten, alles das gelte für den New Park nicht, denn ausgerechnet in den Rieselfeldern Datteln/Waltrop werde es gegen diesem Trend gelingen, neue Industriearbeitsplätze zu schaffen, wenn man schnellstens 200 Hektar Industriefläche ausweist und erschließt, bleibt rätselhaft", kritisiert der Waltroper.
In Ostdeutschland dürfte es, wenn die Flächenphilosophie der New-Park-Befürworter richtig wäre, nicht einen Arbeitslosen geben angesichts des riesigen Angebotes an industriell und gewerblich zu nutzenden und optimal erschlossen Flächen, folgert Stach. "Wenn jetzt davon die Rede ist, es stünden insgesamt Investitionen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro an und davon seien lediglich zehn Prozent für die Infrastrukturerschließung aufzubringen, dann heißt das, dass ca. 180 Mio Euro, zumindest ein großer Teil davon, durch die öffentliche Hand (EU, Bund ,Land, Kommune) vorab aufzubringen sind zur Flächenerschließung. Und das alles mit der mehr als fragwürdigen Behauptung, 2024 könnte es dann auf dieser Fläche ca. 13 000 originäre, neue industrielle Arbeitsplätze geben. Für mich ist es unvorstellbar, dass sich die EU, der Bund, das Land angesichts leerer öffentlicher Kassen darauf einlassen können", erklärt Stach weiter.
Der Pragmatismus der neuen Ministerin für Wirtschaft des Landes NRW, Christa Thoben (CDU), sei zumindest eine Garantie dafür, dass das Land unrealistische Hirngespinnste nicht schon deshalb finanziell fördert, weil sie als Leuchttürme verkauft werden. An den Details des Gutachtens interessant, weil symptomatisch für dessen Qualität, sei, dass immer noch von zu schaffenden Gewerbesteuervorteilen für ansiedlungswillige Unternehmen im New Park die Rede sei. "Seit mindestens einem Jahr sollte doch allen Beteiligten klar sein, dass es eine Gewerbesteuersonderzone in den Rieselfelder Datteln/Waltrop aus wirtschafts- und finanzpolitischen, aber auch aus wirtschafts- und finanzrechtlichen Gründen nicht geben wird. "Das Gutachten und die jetzt dazu erfolgte Pressekampagne sind kein Beitrag, die Glaubwürdigkeit gegenüber den Projektbefürwortern zu erhöhen", ist sich Stach sicher. Zwischen 15- und 23 000 Arbeitsplätze könnten mit Schaffung des New Park im ehemaligen Rieselfeld neu entstehen. Zu diesem Ergebnis kommt das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in einem Gutachten, das am Montag vorgestellt wurde.
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Quelle: WAZ Waltrop, 10. März 2006