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Einem Gutachten des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) zu Folge, könnten im Industriepark "newPark" bis 2024 bis zu 13 000 neue Arbeitsplätze entstehen (wir berichteten). Von Zurückhaltung bis Zurückweisung reichten die Reaktionen in Waltrop.
An der Entwicklung des Industrieparks in den Rieselfeldern ist die Stadt Waltrop nach einem Ratsbeschluss nicht beteiligt. Die Anteile an der Entwicklungsgesellschaft hat seinerzeit die Stadt Datteln mit übernommen.
Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Siebert ist das RWI-Gutachten "zunächst eine Prognose und keine sichere Vorhersage". Das Gutachten im Detail kenne er noch nicht. Am heutigen Mittwoch werde er sich bei der Emscher-Lippe-Konferenz gemeinsam mit dem SPD-Vorsitzenden Klaus Beie genauer informieren können.
"Die CDU in Waltrop war immer mit Mehrheit für den newPark. Da ist das Meinungsbild unverändert", sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Theo Surmann. Die Zahlen des Gutachtens seien "wünschenswert, aber vielleicht ein bisschen hoch gegriffen", so Surmann, für den zuerst die Infrastruktur verbessert werden muss. "Zusammen mit dem neuen Kraftwerk entsteht da eine erhebliche Verkehrsbelastung. Daher muss erst der Bau der B 474 n sicher gestellt werden".
Die RWI-Zahlen "haben mich vom Stuhl gehauen", sagte gestern Michael Dewender, Vorsitzender des Vereins Pro Waltrop, der sich gegen die geplante B 474 n und das damit vernetzte Projekt newPark wendet. "Bis zu 26 000 Arbeitsplätze, aber keiner weiß, wo die herkommen sollen", so Dewender. "Industrielle Arbeitsplätze werden in Deutschland massiv abgebaut. Da gerät der newPark nur zum Konkurrenten für die Vermarktung alter Montanflächen", so Dewender.
Für Dr. Lars Holtkamp vom "Bündnis für Waltrop" bleibt der newPark eine Seifenblase. "Die Arbeitsplätze gibt laut Gutachten nur, falls massenweise Großunternehmen kommen. Ob das überhaupt wahrscheinlich ist, wurde gar nicht untersucht", so Holtkamp. Die weit weniger spektakuläre Förderung des Mittelstands werde dagegen von der Politik vernachlässigt. -kö
Quelle: Waltroper Zeitung, 8. März 2006