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Über 100 interessierte und besorgte Bürger aus Waltrop, Datteln und Selm kamen am Montagabend zusammen, um sich über das geplante Steinkohlekraftwerk des Energieversorgers E.ON in Datteln sowie über Möglichkeiten des Einspruchs gegen den Bau dieser Anlage zu informieren.
Gemeinsam eingeladen hatten hierzu die Umweltschutzverbände BUND, NABU und FNU sowie der Verein pro Waltrop, die Wählergemeinschaft Die Grünen aus Datteln und die Grüne Liste Waltrop.
Thematischer Schwerpunkt war die geplante Mitverbrennung von so genanntem Kronocarb in der neuen Anlage. Dieser umstrittene und gesundheitsschädliche Stoff entsteht als Abfallprodukt mit einem hohem Brennwert bei der Produktion von Titandioxid.
Über die Risiken bei der Verbrennung dieses Stoffes informierten Claudia Baitinger, Sprecherin der BUND-Kreisgruppe Recklinghausen und Ingo Gödeke aus Karlsruhe (kl. Foto), Mitglied des Landes- und Bundesarbeitskreises Abfall im BUND. Demnach wird bei der Verbrennung von Kronocarb ein ganzer Cocktail von Stoffen und kleinsten Partikeln freigesetzt. "Und es wird bereits Kronocarb in der bestehenden E.ON-Anlage mitverbrannt", sagte Baitinger. Dies habe die Bezirksregierung Ende 2002 in einem Amtsblatt öffentlich gemacht. Der Einsatz sei nach einem Vorprüfungsverfahren genehmigt worden. "Eine Umweltverträglichkeitsprüfung oder eine Beteiligung der Öffentlichkeit hat nicht stattgefunden", so Baitinger.
"Im weiteren Verlauf der Veranstaltung geb es dann noch viele Nachfragen seitens der Bürger, auf welchem Weg man als Betroffener Einwendungen gegen die neue Anlage erheben kann", berichtete Michael Dewender vom mitveranstaltenden Verein Pro Waltrop. "Und auch die Frage, wie sich denn zum Beispiel die Kinderklinik in Datteln zu den zu erwartenden Luft- und Verkehrsbelastungen äußert, wurde gestellt", so Dewender.
Er wies noch einmal darauf hin, dass Einwendungen gegen das neue Kraftwerk bis zum 14. März bei der Bezirksregierung erhoben werden können. -kö
-Infos: http://www.bund-nrw.de/kraftwerk_datteln.htm
Quelle: Dattelner Morgenpost, 8. März 2006