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NRW-Bauminister Oliver Wittke schimpft bei seinem Antrittsbesuch in Datteln auf den Bund und lobt die Planung für das Kasernengelände"Der Minister steht voll im Stoff." Das Lob von Bürgermeister Wolfgang Werner erheiterte NRW-Bau und -Verkehrsminister Oliver Wittke sichtlich. Schließlich war er Donnerstag zum vierten Mal nach seinem Amtsantritt in der Kanalstadt, da konnte der ihn begleitende Landtagsabgeordnete Josef Hovenjürgen aus Haltern nur neidisch werden . . . Diesmal war es der offizielle Antrittsbesuch im Rathaus.
Der ehemalige Oberbürgermeister von Gelsenkirchen kennt die Region - und auch die örtlichen Besonderheiten. "Ich fahre öfter durch Datteln und Waltrop", sagt er. Ein Freund der Familien wohnt an der Stadtgrenze. Da war die Gesprächsrunde natürlich schnell bei der B 474 n als Entlastungsstraße für die Ortsdurchfahrten. "Es war gut, die B 474 in zwei Bauabschnitte zu teilen", sagt Oliver Wittke, "das macht ein bisschen mehr Druck im Kessel". Er sei zuversichtlich, dass der nördliche (Dattelner) Abschnitt "zügig abgewickelt" werde und hoffe "auf eine Einigung auf Waltroper Gebiet".
Stichwort Waltrop, Stichwort New Park. Hier kündigt Bürgermeister Wolfgang Werner das Ergebnis eines Gutachtens an, das am 6. März dem Kreisausschuss vorgelegt werden soll. "Die Tür für Waltrop ist nach wie vor offen, wir würden die Nachbarstadt gerne mit ins Boot nehmen", wirbt Werner um den Wiedereinstieg in das Großprojekt auf dem Rieselfeld-Gelände an der Stadtgrenze.
Äußerst kritisch ging der Gast aus Düsseldorf mit dem Bund ins Gericht, mit dem die Stadt in Verhandlungen über den Erwerb des ehemaligen Kasernengeländes steht. Die Problematik stelle sich auch an anderen Orten in NRW: der Bund habe mit dem Abzug der Bundeswehr Strukturprobleme hinterlassen und stelle nun beim Verkauf der Grundstücke überzogene Forderungen. Wittke: "Es wird nicht so sein, dass das Land Fördermittel bereit stellt, damit der Bund groß Kasse machen kann." Die Stadt möchte hier ein Mischgebiet für Wohnbebauung und (kleinere) Gewerbebetriebe ausweisen. "Eine sehr gute Planung" lobt der Minister, "die hoffentlich nicht am Ende scheitert, weil der Bund blockiert". Am 21. März gibt es ein weiteres Gespräch mit der Veräußerunggesellschaft des Bundes.
Bei der Wasserstadt kündigte Oliver Wittke eine weitere Unterstützung mit Mitteln der Städtebauförderung an. Sein Ministerium habe mit einem ersten Bewilligungsbescheid seine Hausaufgaben erledigt, nun steht noch eine Förderzusage durch das NRW-Wirtschaftministerium aus.
wry"Die Tür für Waltrop ist nach wie vor offen"
Minister Oliver Wittke hatte aus Düsseldorf noch eine gute Nachricht für alle Autofahrer bei seinem Antrittsbesuch in Datteln mitgebracht: Die marode Fahrbahn der Friedrich-Ebert-Straße soll in diesem Jahr endlich erneuert werden. Die Maßnahme sei im vorigen Jahr nicht der Haushaltssperre zum Opfer gefallen sondern dem Umstand, dass die vorherige Landesregierung die Mittel für solche Maßnahmen bereits bis zum März ausgegeben habe, sagte der Minister: "Wir haben in Nordrhein-Westfalen einen Sanierungsstau von 300 Millionen Euro." In trockenen Tüchern sei auch die Ortsumgehung für Horneburg.
Quelle: WAZ Datteln, 3. März 2006