![]() |
Startseite |
Kontakt |
Suchen |
Links |
Wir über uns
Aktuelles | Überblick | Datteln/Waltrop | Olfen | Archiv |
| B474N.DE > Presse > Jahr 2004 > |
|
Das Steinkohlekraftwerk in Datteln kommt. Ob es tatsächlich so gigantisch wird, wie es sich der Kraftwerksbetreiber E.on vorstellt ? dabei will Waltrop noch ein Wörtchen mitreden. Nicht nur gegen einen 180-Meter-Kühlturm sprach sich am Mittwochabend der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr (STUV) aus (wir berichteten). Auch das Kesselhaus ist den Waltroper Kommunalpolitikern mit 130 Metern viel zu hoch.
Technisch durchaus machbare 100 Meter forderte der STUV für das Kraftwerksgebäude. Die Bedenken von E.on, die vorgeschlagenen Alternativen erforderten einen zu hohen Flächenbedarf, wollten die Ausschussmitglieder nicht teilen. Tatsächlich ließen sich auf der vorhandenen Fläche sogar zwei Mega-Kraftwerke von diesem Kaliber unterbringen: "Und ein zweites Kraftwerk an dieser Stelle wollen wir auf keinen Fall", betonte Ausschuss-Vorsitzender Jürgen Siebert.
Auch bei niedrigerem Kühlturm und Kesselhaus besteht die Stadt weiter auf der Forderung, das Kraftwerk nicht nur mit Farbe, sondern mit Kunst zu verschönern. Siebert geht davon aus, dass E.on bei dem Antrag auf den Vorbescheid ausreichend Luft in finanzieller Hinsicht einkalkuliert hat: "Ich bin überzeugt, dass die Bezirksregierung in Münster zumindest einen Teil unserer Forderungen berücksichtigen und entsprechende Auflagen bei der Bewilligung machen wird."
Zu den Forderungen zählt auch eine Anbindung des Kraftwerks an die geplante Umgehungsstraße B 474 n, eine Begrenzung der Zugabe von Ersatzbrennstoffen wie Kronocarb auf zehn Prozent sowie die Prüfung möglicher Wechselwirkungen, wenn im Lüner Stumm-Hafen ein weiteres Steinkohlekraftwerk errichtet wird (wir berichteten).
SPD, CDU, FDP, Waltroper Aufbruch und Bündnis für Waltrop waren sich bei den Beschlüssen einig. Nur die Grüne Liste Waltrop (GLW) wollte mit ihren Forderungen noch weiter gehen und lehnte das Kraftwerk grundsätzlich ab. "Es ist an dieser Stelle völlig überdimensioniert, wir würden einem Erdgaskraftwerk den Vorzug geben", meinte GLW-Fraktionsvorsitzender Norbert Hiedl.
Eine Mastenreihe
Durch eine geringfügige Korrektur des Trassenverlaufs für die 380-KV-Stromleitung zum Kraftwerk innerhalb des geplanten Korridors ließen sich nach Auffassung des Ausschusses auch die Belastungen für die Landwirtschaft in Oberwiese erheblich verringern. Statt zweier nebeneinander verlaufender Stromleitungen sollen die Seile auf eine Mastenreihe aufgelegt werden, so die Forderung im STUV. Dafür müssten die bestehenden Masten abgerissen und durch neue, zehn Meter höhere, ersetzt werden. Diese Lösung ist technisch machbar, aber kostspieliger. -mdi
Quelle: Waltroper Zeitung, 24. Februar 2006