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Auf Pendler wartet die Nervenprobe 9. Februar 2006


Jeder kennt sie, keiner mag sie, aber bisher führt an ihr kein Weg vorbei: Die Castroper Straße oder auch Bundesstraße 235. Auf Dattelns Verkehrs-Hauptschlagader lassen täglich tausende Autofahrer Nerven. Und das wird in den nächsten Monaten nicht besser. Im Gegenteil. Im Zuge der anstehenden Fahrbahnsanierung ist mit langen Staus zu rechnen. Aber danach ? hofft die Stadt ? wird vieles besser.

von Björn Korte

In der achten oder neunten Kalenderwoche werde begonnen, kündigt Fachbereichsleiter Josef Kiffer an. Das heißt: Baustart frühestens am 20. Februar, aber auf jeden Fall noch in diesem Monat. Zwischen Lukaskreuzung und Südring, also auf einer Länge von rund vier Kilometern, erhält die B 235 bis Ende Juli neuen Asphalt ? eine "Schwarzdecke", wie die Experten sagen. 1,9 Millionen Euro zahlt der Landesbetrieb Straßen NRW. Das Fräsen und Asphaltieren übernimmt die Firma Eurovia Teerbau (Bottrop).

"Gearbeitet wird in zwei Bauabschnitten", erklärt Kiffer. "Zunächst von der Lukaskreuzung bis zur Zechenstraße und dann von der Zechenstraße bis zum Südring."

Angesichts des Verkehrsaufkommens von 18 000 Fahrzeugen pro Tag soll der Verkehr weitgehend zweispurig fließen können. Autos werden über Fuß- und Radwege geleitet. Entsprechende Regelungen für Fußgänger sowie vorübergehende Halteverbote werden ausgeschildert.

Lange Staus im Berufsverkehr

"Wir haben ja jetzt schon ständig Staus auf der Straße. Da kann man sich vorstellen, was da los ist, wenn es weitere Behinderungen gibt", weiß Kiffer. Doch Behinderungen wird es geben. "An manchen Stellen wird es nur einspurig gehen. Wir werden aber alles daran setzen, den Einsatz von Baustellenampeln so kurz wie möglich zu halten", verspricht der Fachbereichsleiter. "Ich bitte die Autofahrer schon jetzt um Verständnis und Geduld." Es sei nicht abzuschätzen, mit welchen Verzögerungszeiten Autofahrer auf dem Weg von der Innenstadt zur A2 zu rechnen haben werden. Doch soviel ist sicher: Vor allem im Berufsverkehr wird es sich stauen ? mehr als heute schon.

Nach jahrzehntelanger Flickschusterei ist eine gründliche Sanierung der Fahrbahndecke überfällig. Und vor allem Anwohner werden die neue Asphaltschicht schätzen lernen, mein Kiffer: "Die Straße wird erheblich leiser."

Auf der gesamten Strecke werden alle Gullys ersetzt. Mit der alten Asphaltschicht, die zehn bis zwölf Zentimeter abgefräst wird, verschwinden auch alte Markierungen ? so genannte Phantommarkierungen ?, die zwar entfernt worden sind, aber immer noch durchschimmern und Autofahrer verwirren können. Neue Ampelschaltungen, zusätzliche Anforderungskontakte und weitere Busspuren (an den Kreuzungen Herdieckstraße, Zechenstraße und Lukas) sowie neue Fahrbahnmarkierungen sollen den Verkehrsfluss verbessern. Und zwischen Südring und Lukaskreuzung wird es auf beiden Straßenseiten durchgängige Radwege geben.

Kreisverkehren, die die FDP-Fraktion ins Gespräch gebracht hatte, hat der Landesbetrieb Straßen NRW im Zusammenhang mit der anstehenden Straßensanierung eine Absage erteilt. Der Grund: Es handelt es sich um eine Unterhaltungsmaßnahme. Der Bau von Kreisverkehren kann nur bei einem Straßen-Neubau gefördert werden.

An der grundsätzlichen Verkehrsüberlastung der Castroper Straße wird die Fahrbahnsanierung allerdings nichts ändern. "Wir haben täglich mindestens 4000 Autos zu viel auf der Straße", schätzt Kiffer. "Wirklich lösen kann das Verkehrsproblem nur die B 474n."

Mit Beginn der Fahrbahnsanierung wird unsere Zeitung Sie, liebe Leserin, lieber Leser, in Zusammenarbeit mit der Stadt regelmäßig über zu erwartende Verkehrsbehinderungen an Baustellen auf der Castroper Straße informieren.


Quelle: Dattelner Morgenpost, 9. Februar 2006