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Beim ersten Verfahren zur B 474 n (auf Waltroper Gebiet) gab es vor elf Jahren über 5 000 Einwendungen, über die in einer achttägigen Marathonsitzung verhandelt wurde Alles (fast) schon mal da gewesen: 1985 startete das Planfeststellungsverfahren für den 7,1 km langen Waltroper Abschnitt der B 474 n zwischen der A 2 und L 609 (Münsterstraße in Waltrop). Im selben Jahr formierte sich die Aktionsgemeinschaft gegen den Bau der B 474n und sammelte gleich über 5 000 Unterschriften gegen die Straße.
780 Unterschriften wurden seinerzeit durch die Bezirksregierung für ungültig erklärt, weil sie auf 33 unzulässigen Sammellisten eingereicht worden waren. Der erste amtliche Erörterungstermin zu diesem Abschnitt der B 474 n im Januar 1989 in der Waltroper Stadthalle dauerte dennoch allein acht Tage.
Die Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses durch das Oberverwaltungsgericht Münster am 19. Januar 1994 wegen unzureichender Abwägung zwischen dem Straßenbedarf auf der einen, dem Natur-
und Landschaftsschutz auf der anderen Seite, war nicht der Endpunkt der damals schon über 20-
jährigen Planungsgeschichte der B 474 n -
es war, wie man heute weiß, nur eine Zwischenstation. Bis dahin waren -
neben den Planungskosten -
schon mehrere Millionen D-
Mark ausgegeben worden: für Grunderwerb, Ankauf von Immobilien und den vorgezogenen Bau von Brückenfundamenten am Datteln-
Hamm-
Kanal (allein 1,2 Mio DM).
Die Straßenplaner machten sich erneut ans Werk, entwarfen und verwarfen viele Varianten, von denen die endgültige rechtlich möglichst "wasserdicht" sein sollte. Weil in Waltrop der Straßenbau nunmehr die Gemüter zweite, steht nun der Dattelner Abschnitt von der Waltroper Stadtgrenze bis zur B 235 im Planfeststellungsverfahren.
Einst war die B 474 n als Verlängerung der Sauerlandlinie (A 45) geplant. In den 1970-
er Jahren sollte die A 45 und mit ihr der Verkehr durch das Münsterland hinauf bis zur niederländischen Grenze geführt werden. Der Verlauf der Straße wurde in einem ersten Linienbestimmungsverfahren 1977 festgelegt. Die ersten Planungen betrafen den Raum Dülmen, scheiterten jedoch bereits im Januar 1986 vor dem Verwaltungsgericht.
Für den Raum Datteln/Waltrop schrumpfte die großzügige Planung als vierspurige Straße zwischenzeitlich auf zwei Fahrspuren.
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Quelle: WAZ Datteln, 19. Januar 2006