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Olfen/Lüdinghausen - Der weihnachtliche Frieden zwischen den beiden "CDU-regierten" Nachbarstädten Olfen und Lüdinghausen ist gründlich gestört. Grund: Die Planungen der Umgehungsstraße K9n auf Olfener Gebiet.
"Die Planung hat mich vom Hocker gehauen", kommentiert Siegbert Benker (CDU), Leiter des Planungsausschusses der Stadt Lüdinghausen. Die Stadt Olfen koche ihr eigenes Süppchen auf Kosten der Bürger in Lüdinghausen und Seppenrade. Denn damit werde die Planung der großen überregionalen Umgehungsstraße B474n auf dem Stück zwischen Seppenrade und Olfen endgültig ad acta gelegt.
Zum Hintergrund: Nachdem die B474n auf Initiative von Bürgern, Grünen und der SPD-Bundestagsabgeordneten Angelica Schwall-Düren aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen worden war, hat die Stadt Olfen " mit Zustimmung von Kreis und Land " die Planung "ihrer" kleinen Umgehungsstraße in die Wege geleitet: Auf der Trasse der B474n. Im Zuge der Olfener K9n-Planung soll die jetzt noch als "Vorbehaltsfläche für die Umgehungsstraße" geführte Fläche im Flächennutzungsplan als "Fläche für die Landwirtschaft" ausgewiesen werden. Und genau damit, so der Lüdinghausener Ratsherr Benker, werde der Lückenschluss der B474n zwischen Dülmen und Olfen ein für alle mal verbaut.
Nun ist der Streit da. Denn im Rahmen des Planungsverfahrens soll sich auch die Stadt Lüdinghausen zu den Olfener Plänen äußern. Der Lüdinghausener Rat hat am Dienstag getagt und in seiner Stellungnahme massive Bedenken gegen die Olfener Pläne beschlossen. Und allein bei dieser Stellungnahme soll es nicht bleiben. Mit Ausnahme der Grünen sprach sich der Rat mit großer Mehrheit dafür aus, Kreis, Land und Bund einzuschalten, um die Pläne für die B474n wieder in den Bundesfernstraßenwegeplan aufzunehmen.
Olfens Bürgermeister Josef Himmelmann - (Foto) versteht die Aufregung in der Nachbarstadt nicht. "Wir müssen uns an bestehende Gesetze halten", sagt er. Und da die B474n nun im Verkehrsplan des Bundes nicht mehr enthalten sei, dürfe die Stadt Olfen sie auch in ihrer Planung nicht mehr als solche führen. "Sonst würden wir gegen Bundesrecht verstoßen", so der Bürgermeister. "Unsere K9n ist eine überörtliche Straße, die der Entlastung der Olfener Innenstadt dienen soll. Die Stadt Olfen sei ja nie gegen die B474n gewesen.
Ruhe und Sachlichkeit
Es bleibe abzuwarten, wie sich die politischen Mehrheiten bis 2013 entwickeln, wenn der Bundesverkehrswegeplan wieder neu beschlossen wird. Das Gespräch mit der Stadt Lüdinghausen, sagt Himmelmann, werde er in aller Ruhe und Sachlichkeit führen. - mam
Quelle: Ruhrnachrichten Olfen, 23. Dezember 2005