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B474N.DE > Presse > Jahr 2004 >
Alles rollt über die Münsterstraße 7. Dezember 2005


TAGESTHEMA DIE BUNDESSTRASSE B 474N Gebetsmühlenartig wiederholt SPD-

Fraktionsvorsitzender Jürgen Siebert seine Botschaft. "Gegen den Willen einer Stadt ist eine Straße noch nie gebaut worden", sagt der Ratsherr wieder und wieder.

Siebert beruft sich auf seine Erfahrung als Mitglied im Regionalrat in Münster. Als er dort die Ankündigung des Rates verlas, Waltrop werde alle rechtlichen Mittel gegen eine B 474n-

Trasse nah an seinen Siedlungen, ausschöpfen, habe Regierungspräsident Dr. Jörg Twenhöven mit eben jener Anmerkung reagiert, die Siebert nun ständig zitiert.

Ergebnis des Waltroper Widerstandes gegen die B 474n ist die so genannte Düsseldorfer Erklärung, nach der die Bundesstraße einen weiten Bogen um Waltrops Wohngebiete zu machen hat. Wie berichtet, haben diese Erklärung außer Bürgermeisterin Anne Heck-

Guthe auch Dattelns Bürgermeister Wolfgang Werner, Landrat Jochen Welt und der damalige NRW-

Verkehrsminister Axel Horstmann unterzeichnet.

Der SPD-

Fraktionsvorsitzende lässt sich auch nicht durch die aktuellen B 474n-

Pläne für das Dattelner Teilstück beirren, die der Düsseldorfer Erklärung ganz und gar nicht entsprechen: Statt westlich der kleinen Siedlung "Im Bruch" liegt der geplante Knotenpunkt mit der Münsterstraße östlich. Falls die Bundesstraße auf Waltroper Stadtgebiet in dem in der Düsseldorfer Erklärung vorgesehenen Verlauf fortgesetzt werde, müsste sie bei Umsetzung der Dattelner Pläne später um 500 Meter zurückgebaut werden.

Siebert bringen auch die Alarmrufe des Waltroper Aufbruchs nicht aus der Ruhe. "Die Düsseldorfer Erklärung ist planungsrechtlich nicht verbindlich", befürchtet Ratsherr Michael Baumeister. "Sie ist eine Vereinbarung mit einem in den Ruhestand getretenen Minister über eine Trasse, die nur verbal dargestellt ist", betont der Ratsherr. So heißt es in jener Erklärung: diese "Übereinkunft nimmt keine dem Planfeststellungsverfahren obliegenden Entscheidungen vorweg. Derweil sei der Landesbetrieb Straßen dabei, Fakten zu schaffen. "Die Pläne zeigen doch, dass man Waltrop nicht ernst nimmt", pflichtet Dirk Neugebauer bei.

Schwerer wiege aber, dass die B 474n in Datteln womöglich für eine Entlastung vom Verkehr, in Waltrop aber zu der stärkeren Belastung führe. "Dann kommt der ganze Lkw-

Verkehr doch erst recht über die Münsterstraße", warnte der CDU-

Ratsherr Christoph Ribbrock. Das sieht auch die Stadtverwaltung so. Datteln hoffe, dass die B 474n eine Verkehrsentlastung von 35 bis 77 Prozent bringe. Dies werde nur erreicht, wenn die Straße vollständig bis zur Autobahn A2/A 45 gebaut werde. Andernfalls würden sich die Verkehrsströme auf die heutige L 609 -

also die Münsterstraße und Leveringhäuser Straße -

und die neue B 474n verteilen. Allein die Düsseldorfer Erklärung sei die Basis für den Bau der Bundesstraße. "Sonst wird es unter Umständen die Straße nicht geben", bekräftigt SPD-

Fraktionschef Siebert. Auch die SPD aber fordert die gemeinsame Planung und zeitgleiche Umsetzung der B 474n-

Abschnitte Datteln/Olfen und Waltrop -

und widerspricht damit dem Tenor der Düsseldorfer Erklärung.


Quelle: WAZ Waltrop, 7. Dezember 2005