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B474N.DE > Presse > Jahr 2004 >
Grüne machen Krach 1. Dezember 2005


Wer gestern Vormittag die Hafenstraße entlang spazierte, bekam etwas auf die Ohren: ohrenbetäubenden Flugzeuglärm. Der kam nicht aus der Luft, sondern aus 200-Watt-Boxen vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Die Dattelner Grünen demonstrierten mit dieser Aktion gegen den Bau der B 474n ? und fanden nicht nur Zustimmung.

Von Martin Pyplatz

Anwohner wunderten sich über den Krach des BUND-Lärmmobils, der die Idylle in ihrer Siedlung störte. Karl-Heinz Bays von der Castroper Straße, ein erklärter Befürworter der B 474 n, war empört: "Wenn ich ein Handy gehabt hätte, dann hätte ich die Polizei informiert. Eine Unverschämtheit! Die verkaufen hier Lärmpegel von bis zu über 100 Dezibel." Das habe überhaupt nichts mit der zu erwartenden Belastung der Anwohner der B 474n zu tun.

Gudrun Smolka, Anwohnerin des Natroper Weges, befürchtet dagegen eine große Lärmbelastung für sich und ihre Nachbarn, wenn die B 474 n kommt: "Wir wohnen 60 Meter von der Trasse entfernt. Wir haben früher am Südring gewohnt und wissen, was Lärm bedeutet."

Zur Castroper Straße sagt sie: "Man weiß nicht mehr, was man glauben kann. Ist es wirklich so, dass nach dem Bau der B 474 n 8 000 Autos weniger über die Castroper fahren oder sind es doch nur 2 500 weniger?" Anke Klaßen von der Höttingstraße glaubt nicht, dass die Castroper Straße entlastet wird. Die meisten Autofahrer würden weiter in Henrichenburg von der A 2 abfahren: "Die Politiker sollten besser über Kreisverkehre nachdenken. Dann fließt der Verkehr auch wieder auf der Castroper Straße."

Die Grünen wollten mit ihrer Lärm-Aktion neue B 474 n-Gegner mobilisieren. Verteilt wurden im Hötting Flugblätter mit dem Titel "Stoppt die B 474 n!". Im Text fordern sie dazu auf, sich "gegen die Straßenplanung zu äußern". Entsprechende Stellungnahmen müssten bis zum 29. Dezember im Rathaus vorliegen. Paul Jömann von den Grünen sieht das als letzte Chance: "Wenn keiner klagt, kommt die Straße. Politisch ist sie nicht mehr zu stoppen."


Quelle: Dattelner Morgenpost, 1. Dezember 2005