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B474N.DE > Presse > Jahr 2004 >
Schnell in der Ecke: "Da lebt ´ne Kröte" 19. November 2005


TAGESTHEMA DATTLENER TEILSTÜCK B 474 N Die Pläne liegen seit dem 2. November auf dem Tisch. BürgerInnen können sich informieren und eventuelle Einwände formulieren. Das nächste Kapitel in der 30-jährigen 474-Geschichte hat begonnen Dr. Thomas Krämerkemper ist zwar noch jung an Jahren, allerdings längst ein "alter Hase", was seinen Kenntnisstand in Sachen B 474 n-Pläne betrifft. Als Vertreter des BUND, Mitglied des Landschaftsbeirates und seit Anfang der 90-er Jahre mit dem Straßen-Dauerbrenner Befasste weiß er: "Naturschutzverbände werden schnell in die Ecke gedrängt, ,da lebt ´ne Kröte´." Aber er sei auch ein Steuerzahler, "dessen Gelder da verpulvert werden."

Krämerkemper informierte Donnerstagabend insbesondere betroffene Anwohner der geplanten Ortsumgehung zwischen Münsterstraße/Pelkumer Weg und der B 235/Olfener Straße im Hafenrestaurant über den Stand der aktuellen Offenlegungsphase im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens und dessen Verlauf. Er betonte auch die Notwendigkeit, mögliche Einwände unbedingt im Rahmen der gesetzten Frist schriftlich einzureichen, da diese ansonsten im Erörterungsverfahren bedeutungslos wären. Wer keinen Einspruch erhebe, habe später auch keinen Anspruch auf Leistungen wie beispielsweise Mehrfachverglasung gegen Lärmbelästigung.

Gastgeber des Info-Abends waren mit Dattelns Grünen und dem Arbeitskreis der Naturschutzverbände im Kreis RE bekanntermaßen keine Befürworter der Straße, mit der Planer inzwischen seit über 30 Jahren liebäugeln. Was die im letzten Gutachten aus 2005 angestellten Prognosen über das Verkehrsaufkommen auf dem Dattelner Teilstück der B 474 n - spätestens seit dem jüngsten "Grünzeug" der Wählergemeinschaft auch als "Stummel" bekannt - sowie die gleichzeigige Entlastung der B 235 angeht, sagte Krämerkemper denn schlicht: "Wir zweifeln die Prognosen an." Etwa 13 000 Fahrzeuge seien demnach für den "Stummel" zu erwarten, aber: "Die Gutachter gehen von Industrie besiedelten Rieselfeldern aus, mit zigtausend Arbeitsplätzen."

Die New Park-Realisierung zog Krämerkemper in Zweifel. Im Revier gebe es 13 000 Hektar von bereits erschlossenen Industrieflächen. Warum da noch die Rieselfelder erschließen? Im übrigen verwiesen er und Paul Jömann (Grüne) darauf, dass die Gutachter dem Dattelner Teilstück keine überregionale Bedeutung bescheinigen. U. a. mit dieser Begründung sei der Olfener Teil der 474 n gekippt worden.

Noch bis einschließlich 1. Dezember liegen Plan und Erläuterungen sowie die Umweltverträglichkeitsstudie im Dattelner Rathaus öffentlich aus (Zimmer 2.23). Die Frist für schriftliche Einwände läuft am 29. Dezember ab. Mögliche Einwände müssen spätestens am 30. Dezember bei der Bezirksregierung in Münster vorliegen. Nach dieser sogenannten Offenlegungsphase der Pläne werden Einwände geprüft und die Bezirksregierung legt einen Erörterungstermin fest. Dessen Umfang, so wurde Donnerstagabend berichtet, richtet sich nach der Anzahl der eingegangenen Einwände. Es folgt der Planfeststellungsbeschluss und anschließend der Baubeginn, mit dem nach Worten von Dr. Thomas Krämerkemper dann voraussichtlich 2007 zu rechnen sei. Wer sich weiter informieren möchte kann dies im Internet unter www.b474n.de


Quelle: WAZ Datteln, 19. November 2005