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B 474n ? eine simple Bezeichnung für ein Straßenbauprojekt, das wie kein anderes in der Region Befürworter und Gegner in zwei verfeindete Lager gespaltet hat. Und das seit 30 Jahren. Jetzt wird ein neues Kapitel der Geschichte aufgeschlagen.
Bis zum 1. Dezember liegen die Planungsunterlagen eines Teils der geplanten Straße im Bürgerbüro des Waltroper Rathauses zur Ansicht aus. Interessierte Bürger oder betroffene Anlieger haben in dieser Zeit Gelegenheit, sich über das Vorhaben zu informieren und/oder Einwände gegen das vier Kilometer lange Teilstück der B 474n vorzubringen, das den Spitznamen "Dattelner Stummel" trägt.
Nach Widerstand in Waltrop wurde "unser" Teil der Trasse neu überplant, in diesem Verfahren hatte der Landesbetrieb Straßenbau NRW die B 474n in zwei Stücke geteilt und es damit möglich gemacht, dass entgegen der bisherigen Planung mit dem "Stummel" begonnen werden kann. Das erfolgt unabhängig davon, welche Linie letztendlich in Waltrop zwischen dem Anschluss an der A 45 und dem Yachthafen umgesetzt wird.
Das Teilstück Datteln, um das es jetzt geht, beginnt an der Münsterstraße kurz hinter dem Yachthafen und führt im Bogen über den Nethövelberg, den Dortmund-Ems-Kanal, vorbei an den Campingplätzen am Natroper Weg auf die B 235. Aufwändigster Bauteil wird die Brücke über die Neue Fahrt werden.
2007 könnten
die Bagger rollen
Nach Auskunft von Karl-Heinz Marscheider, Leiter des Fachbereichs Planung im Dattelner Rathaus, wird hier eine rund 120 Meter lange Stabbogenbrücke gebaut ? von der Optik ähnlich wie die Kanalbrücke Hafenstraße. Zweiter markanter Punkt ist die Führung der B 474n auf die B 235. Nach Fertigsstellung werden die Autofahrer aus Olfen kommend automatisch auf die B 474n geführt. Wer nicht nach Waltrop fahren will, muss kurze Zeit später an einer neuen Kreuzung zurück auf die B 235 biegen. Die heutige B 235 wird dann auf mehreren hundert Metern unterbrochen. Der Hof Peveling-Oberhag erhält als Anbindung eine Ortsfahrbahn.
Marscheider ist zuversichtlich, dass sich die Ereignisse von 1994 nicht wiederholen werden. Damals kippte das Oberverwaltungsgericht Münster den bereits gefassten Planfeststellungsbeschluss. Diesmal sieht Karl-Heinz Marscheider weit weniger Konfliktpotenzial. "Vieles ist auch schon im Vorfeld mit den Anwohnern erörtert worden, deren Anregungen sind in die Trassenführung mit eingeflossen", glaubt er und geht davon aus, dass die Bezirksregierung Münster den Planfeststellungsbeschluss fassen wird. Ein Jahr später könnten die Bagger rollen. Den Gegnern der Straße, und davon gibt es in Datteln weniger als in Waltrop, bleibt noch eine Hoffnung: dass Berlin das Geld für das Bundesstraßenbauprojekt ausgeht. -uw
Öffnungszeiten Bürgerbüro:
- montags bis mittwochs von 7.30 bis 17.30 Uhr
- donnerstags ist das Büro bis 19 Uhr geöffnet
- freitags nur bis 12 Uhr.
Quelle: Waltroper Zeitung, 5. November 2005