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B 474 N: Ab heute liegen die Straßenpläne im Rathaus aus / Marscheider glaubt nicht an neue Schlappe
B 474n ? eine simple Bezeichnung für ein Straßenbauprojekt, das wie kein anderes in der Region Befürworter und Gegner in zwei verfeindete Lager gespaltet hat. Und das seit 30 Jahren. Heute wird ein neues Kapitel der fast unendlichen Geschichte aufgeschlagen.
Bis zum 30. November liegen die Planungsunterlagen im Dattelner Rathaus zur Ansicht aus. Interessierte Bürger oder betroffene Anlieger haben in dieser Zeit Gelegenheit, sich über das Vorhaben zu informieren und/oder Einwände gegen das vier Kilometer lange Teilstück der B 474n vorzubringen, das den Spitznamen "Dattelner Stummel" trägt.
Aufgrund des Widerstandes in Waltrop gegen die Trassenführung hatte der Landesbetrieb Straßenbau NRW die B 474n in zwei Stücke geteilt und es damit möglich gemacht, dass entgegen der bisherigen Planung mit dem "Stummel" begonnen werden kann ? und zwar unabhängig davon, für welche Linie sich Waltrop in der Fortführung der Straße auf eigenem Gebiet entscheidet.
Das Teilstück Datteln beginnt an der Münsterstraße Nahe Stadtgrenze Waltrop und führt im Bogen über den Nethövelberg, den Dortmund-Ems-Kanal, vorbei an den Campingplätzen am Natroper Weg auf die B 235. Aufwändigster Bauteil wird die Brücke über die Neue Fahrt werden.
2007 könnten
die Bagger rollen
Nach Auskunft von Karl-Heinz Marscheider, Leiter des Fachbereichs Planung im Dattelner Rathaus, wird hier eine rund 120 Meter lange Stabbogenbrücke gebaut ? von der Optik ähnlich wie die Kanalbrücke Hafenstraße. Zweiter markanter Punkt ist die Führung der B 474n auf die B 235. Nach Fertigsstellung werden die Autofahrer aus Olfen kommend automatisch auf die B 474n geführt. Wer nicht nach Waltrop fahren will, muss kurze Zeit später an einer neuen Kreuzung zurück auf die B 235 biegen. Die heutige B 235 wird dann auf mehreren hundert Metern unterbrochen. Der Hof Peveling-Oberhag erhält als Anbindung eine Ortsfahrbahn.
Marscheider ist zuversichtlich, dass sich die Ereignisse von 1994 nicht wiederholen werden. Damals kippte das Oberverwaltungsgericht Münster den bereits gefassten Planfeststellungsbeschluss ? wegen Verfahrensfehlern. Diesmal sieht Karl-Heinz Marscheider weit weniger Konfliktpotenzial. "Vieles ist auch schon im Vorfeld mit den Anwohnern erörtert worden, deren Anregungen sind in die Trassenführung mit eingeflossen."
Wenn alles klappt, wird die Bezirksregierung Münster den Planfeststellungsbeschluss fassen, ein Jahr später könnten die Bagger rollen und die Arbeiten für Dattelns künftige Ortsumgehung beginnen. Wenn bis dahin in Berlin nicht das Geld für das Bundesstraßenbauprojekt ausgegangen ist. Doch daran möchte im Rathaus niemand denken.
Öffnungszeiten im Rathaus: montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr. Terminvereinbarung unter Tel. 02363/107276
Quelle: Dattelner Morgenpost, 2. November 2005