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Olfen - Eine Verkehrsentlastung der Olfener Innenstadt rückt in greifbare Nähe. Die drei Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD und FDP, Christoph Kötter, Reiner Matheuszik und Claus Bunte, sowie die Verwaltung stellten in einer gemeinsamen Pressekonferenz die Trassenplanung einer westlichen Ortsumgehung vor.
Von der B474n mussten die Olfener auf absehbare Zeit Abschied nehmen, weil sie im neuen Bundesverkehrswegeplan nicht im kurzfristigen Bedarf verzeichnet wird. Deshalb suchten die Politiker nach Alternativen.
Die UWG schlug eine ortsnahe Erschließungsstraße südwestlich der Stadt vor. CDU, SPD und FDP einigten sich in der Ratssitzung im Juni dieses Jahres auf eine Trasse, die dem südlichen Teilstück der B474n und damit einem zwei Jahre alten Vorschlag der SPD entspricht. Mit großer Mehrheit beauftragte der Rat die Verwaltung mit einer Doppelstrategie: Es sollte versucht werden, die Trasse im Bundesverkehrswegeplan wieder nach vorne zu hieven oder nach alternativen Möglichkeiten zu suchen.
Seither liefen die Drähte zwischen dem Rathaus, den Verkehrsministerien in Berlin und Düsseldorf, den heimischen Landes- und Bundesparlamentariern sowie zwischen FDP, CDU und SPD in Olfen heiß. Rasch wurde klar, dass mit einer Unterstützung für ein Bundesstraßen-Teilstück nicht zu rechnen ist. Für eine westliche Ortsumgehung als Kreisstraße signalisierten die SPD-Abgeordneten Angelica Schwall-Düren (Bund) und Ilse Ridder-Melchers (Land) aber Unterstützung.
Gesprächin Düsseldorf
Die Olfener Sozialdemokraten vermittelten ein Gespräch auf hochrangiger Ebene im Landesverkehrsministerium, an dem Bürgermeister Josef Himmelmann, Bauamtsleiter Wilhelm Sendermann sowie die SPD-Ratsherren Reiner Matheuszik und Marcus Vieting teilnahmen. Dabei wurde der Durchbruch erzielt.
Mittlerweile liegt der Stadt eine schriftliche Zusage des Ministeriums vor, dass die Entlastungsstraße anerkannt und voraussichtlich ab 2006 oder 2007 mit 75 Prozent aus Landesmitteln gefördert wird.
Die Stadt wurde mit den weiteren Planungen beauftragt. Die Gesamtmaßnahme wird nach ersten Kalkulationen rund 2,4 Millionen " kosten, von denen der Kreis Coesfeld 25 Prozent übernehmen muss. Der wird seinen Anteil aber auf die Stadt abwälzen, sodass auf Olfen Kosten von rund 600000 " zukommen. Der eigene Finanzanteil ist für den Bürgermeister zwar ein Wermutstropfen. Dennoch zeigte er sich hoch erfreut über das Erreichte. Dem schlossen sich die Fraktionsvorsitzenden der schwarz-rot-gelben "Dreier-Koalition" an.mam
Der Rat wird sich mit der Ortsumgehung in einer Sondersitzung am Donnerstag (27.) um 17 Uhr in der Stadthalle befassen. Dort liegen auch die UWG-Anträge auf Abstufung der B474n im Verkehrswegeplan und auf finanzielle Rückstellungen für eine westliche Erschließungsstraße auf dem Tisch.
Ruhr Nachrichten - 21. 11. 2003
Quelle: Ruhrnachrichten Olfen, 22. November 2003