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Kandidaten-Sprung ins kalte Wasser 13. November 2003


Für die beiden Bürgermeister-Kandidaten der SPD war die erste Vorstellungsrunde in den Parteigliederungen offenbar ein Sprung ins kalte Wasser. Vieles blieb im Nebulösen hängen, als Anne Heck-Guthe und Matthias Hopp sich gestern abend den Fragen der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen stellten.

Ganz so kalt war das Wasser freilich nicht, denn nur elf Afa-Mitglieder wollten von den beiden Kandidaten wissen, warum sie sich das Bürgermeisteramt zutrauen. Kurzfristig eingeladen - der Anruf kam erst einen Tag zuvor - waren die beiden offensichtlich schlecht vorbereitet und vertrösteten die Runde bei Fragen nach Konzepten auf den 28. November: den Tag, an dem die SPD-Mitgliederversammlung in einer Kampfabstimmung den Bürgermeister-Kandidaten wählen will.

Bei konkreten Fragen nach ihrer persönlichen Haltung zu wichtigen Waltroper Themen waren sich die Kindergarten-Leiterin Anne Heck und der Verwaltungsmann Matthias Hopp weitgehend einig. Beide sprachen sich für eine Ansiedlung der Firma Lidl am Hirschkamp-Stadion aus, beide lehnten das New-Park-Projekt in seiner bisherigen Form ab, weil es zuwenig Arbeitsplätze für die Stadt bringe. Hopp: "Die Rieselfelder sind ein Bereich, in dem wir in Zukunft großflächig Industrie ansiedeln können." Heck: "Wenn wir die Rieselfelder opfern, wollen wir auch Arbeitsplätze dafür haben."

Auf die zentrale Frage des Afa-Vorsitzenden Ralf Kley jedoch mussten die beiden Bewerber jedoch weitgehend passen. Kley: "Die Bürger wollen einen Bürgermeister, der sich ihrer Sorgen annimmt und gleichzeitig ein mittelständisches Unternehmen führt. Wie wollt ihr das unter einen Hut kriegen?"

Weil die Antwort darauf im Laufe des Abends nicht gekommen war, mahnte Kley an: "Ich erwarte sie am 28. November." Stoßseufzer des ehemaligen Parteivorsitzenden Ulf Gockel nach zweistündiger Debatte: "Dann bring ich mir ein Bett mit."


Quelle: WAZ Waltrop, 13. November 2003