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B474N.DE > Presse > Jahr 2002 >
Der Zufall regiert mit 26. September 2003


Frust über unternehmerfeindliche Rahmenbedingungen, Verbal-Attacken gegen den politischen Gegner, aber auch konkrete Forderungen und Vorschläge  der erste CDU-Wirtschaftstag hatte reichlich Zündstoff. "Datteln hat eine Chance. Die Verwaltung muss aber endlich strategische und weit blickende Stadtentwicklung betreiben", forderte Hans-Wilm Sternemann.

von Björn Korte

Der Gastgeber des Abends in den Räumen der IGA OPTIC fand bei seiner Darstellung der wirtschaftlichen Lage Dattelns vor rund 50 Zuhörern klare Worte: "Seit 1976 wird im Rathaus nach dem Prinzip Hoffnung und Zufall regiert. Doch eine Stadtentwicklung nach dem Motto ´der Weg ist das Ziel´, ist der größte Schwachsinn aller Zeiten. Man muss wissen, wo man als Stadt hin will." Auffälligster Mangel der Stadtentwicklung sind für Sternemann die seit Jahren stagnierenden Bevölkerungszahlen, während die Nachbargemeinden Waltrop, Oer-Erkenschwick und vor allem Olfen Zuwächse verzeichnen. "Das Wachstumsdefizit muss im Rathaus endlich erkannt werden. Genauso wie die Tatsache, dass es in Datteln keine Gewerbeflächen gibt. Es reicht nicht aus, alle Hoffnungen auf den newPark zu setzen", sagte Sternemann: "Fördern heißt nicht subventionieren, sondern vernünftige Rahmenbedingungen schaffen."

Heinz Rüter, Geschäftsführer der Caritas-Kliniken GmbH, berichtete über die angespannte Situation der Krankenhäuser St. Vincenz und Kinderklinik im sich verschärfenden Wettbewerb. Die Verzahnung der ambulanten und stationären Sektoren sieht Rüter als Chance auf dem Gesundheitsmarkt. Die Stadt müsse Dattelns größten Arbeitgeber mit einer günstigen Infrastruktur, guter Verkehrsanbindung und ausreichendem Parkraum unterstützen.

"Keine Bewerber für Lehrstellen"

Hotelier Alfons Schnieder (Wellnesshotel Jammertal) kritisierte eine eklatante Vernachlässigung der unternehmerischen Umwelt und die Regelwut in Deutschland.

Harald Lamprecht (Lamprecht Metallbau) beschrieb die Ausbildungsmisere als gesellschaftliches Problem: "Bei uns bleiben in diesem Jahr zwei Lehrstellen unbesetzt, weil es keine Bewerber gab, die auch nur annähernd unsere Anforderungen erfüllten."

Die CDU will die Forderungen und Argumente der Referenten in ihre Wirtschaftsagenda einbringen, sagte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Dr. Jürgen Wutschka und kündigte eine Nachfolgeveranstaltung an: "Es ist wichtig, im Dialog zu bleiben. Politik und Wirtschaft müssen gemeinsam den Weg aus der Krise finden und so die Arbeitslosigkeit bekämpfen."

Moderator Dr. Adolf von Röpenack, Sprecher des CDU-Wirtschaftsrates im Kreis RE, sieht Chancen in der wachsenden Bereitschaft zur Existenzgründung: "Es ist Zeit für einen Neuanfang. Wir brauchen eine Aufbruchstimmung wie in den 50er-Jahren."

Dattelner Morgenpost - 25. 09. 2003


Quelle: Dattelner Morgenpost, 26. September 2003