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B474N.DE > Presse > Jahr 2002 >
"B 474 n(ie)" feiert Freudenfest 17. September 2003


"B 474 n(ie)" hatten sie sich in den letzten zwölf Jahren auf die Fahnen geschrieben. Der Erfolg der Bürgerinitiative im Schulterschluss mit UWG und Olfener SPD war den Gegnern der Umgehungsstrasse am Freitag ein Freudenfest auf dem Hof Ellertmann in den Kökelsumer Steverauen wert.

Durch die Herabstufung der B 474 n für den Bereich Olfen im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) von "vordringlicher Bedarf" auf "weiterer Bedarf" sei die Straße, so Axel Ellertmann, erst einmal bis mindestens 2020 verhindert, da vor 2015 kein weiterer BVWP aufgestellt werde. Für die Straße gebe es überhaupt keinen Bedarf. Der Verkehrsreferent bei der Landtagsfraktion der Grünen, Martin Tönnes, betonte: "Schon die alte B 474 von Gronau bis Olfen ist die am geringsten befahrene Bundesstraße im Kreis COE."

Sollte die Stadt im Korridor der B 474 n eine eigene Ortsumgehung planen wollen, so müsse in einem späteren BVWP vorher eben dieses "kein Bedarf" festgestellt werden, da der Bund hier die Planungshoheit habe, freute sich Axel Ellertmann. Er sieht die weitere Existenz seiner Landwirtschaft und die seiner ebenfalls in der geplanten Trasse ansässigen Kollegen nun wieder gesichert. Tönnes: "Der BVWP geht Anfang 2004 in Berlin zu Beschluss. Erst dann ist alles endgültig in trockenen Tüchern." Das gehe mit den rot/grünen Stimmen durch: "So bleiben das Naturschutzgebiet Steveraue erhalten und 8,1 Millionen Euro für sinnvollere Dinge im Staatssäckel." BI-Sprecher Bert Baesgen freute sich besonders darüber, dass ein "so sinnloses Unterfangen wie die ursprünglich geplante 246 Meter lange Brücke über die 11 Meter schmale Stever in den Ellertmann-Wiesen dadurch unterbleibe.

BI-Aktivist Jürgen Müller bedauerte, dass die SPD-Bundestagsabgeordnete des Kreises Coesfeld, Dr. Angelika Schwall-Düren, beim Fest nicht dabei sein könne: "Sie hat sich immer mächtig für uns stark gemacht und heute eine Grußadresse geschickt." Ehrengast war Professor Dieter Schmalz. Der verkehrspolitische Sprecher im Landesverband NRW des BUND hätte als Anwalt "die Sache bis Brüssel vertreten, wenn es nötig gewesen wäre." Aber nicht nur verhindern wolle die BI. Als Alternativ-Ortsumgehung, so Ellertmann, böte sich eine Lösung an, die an die Südumgehung B 235 anknüpfend über die K 9 (Eversumer Straße) und die K 8 (Kökelsumer Straße) auf Höhe Ächterheide führe. Da würde innerörtlicher Verkehr ab- und kein Fernverkehr angezogen. Martin Tönnes wertet die Intuitionen des BVWP: "Der ist nicht dazu gedacht, lokale Probleme durch den Bund zu lösen." Der Ausbau der Autobahnen zur Stauverminderung sei da z.B. vordringlicher. In der Nacht markierten sie die B 474 n-Trasse in der Wiese und am Fluss mit lodernden Fackeln. Axel Ellertmann: "Wir lassen die jetzt in Flammen aufgehen." joter


Quelle: WAZ Olfen, 17. September 2003