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Dass bei Anträgen in der Landeshauptstadt oder der Bezirksregierung mit zweierlei Maß gemessen wird, hatten Waltroper Kommunalpolitiker schon vor dem "Nein" des Rates zu "newPark" formuliert. Jetzt soll die Stadt Waltrop die Zustimmung geben zu genau so einem Sondergebiet im benachbarten Castrop-Rauxel, wie es ihr selbst im Leveringhäuser Feld verwehrt worden ist.
von Pit Schneider
Wie wir berichteten, kam ein Brief in Waltrop an, in dem die Bürgermeister von Nachbargemeinden hart mit dem Rat und seiner Entscheidung gegen "newPark" abrechneten. Unter anderem hieß es da: "Offenbar sind die stets gegebenen wechselseitigen Abhängigkeiten innerhalb dieser Gemeinschaft nicht ausreichend bedacht worden."
Diese "wechselseitigen Abhängigkeiten" haben die Waltroper schmerzlich erkennen müssen: Sowohl die beantragte Million zur Sanierung des ehemaligen Kokereigeländes als auch die Auszeichnung eines Sondergebietes für einen Baumarkt im Leveringhäuser Feld waren plötzlich nicht mehr durchsetzbar, nach dem "newPark"-Beschluss.
Wechselseitige Abhängigkeiten
Trotz eines eigens erstellten Gutachtens, dass keine negativen Auswirkungen für die Innenstadt von einem Sondergebiet ausgehen sieht, haben Bezirksregierung und Industrie- und Handelskammer (IHK) die Auszeichnung eines solchen Sondergebietes verhindert. Das Gutachten ist dabei einfach ignoriert worden, beklagte Dieter Steffan, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender.
Anders sieht es ein paar Kilometer weiter aus: In Castrop-Rauxel, genauer Habinghorst, soll ein großer Markt für Medien und Elektrogeräte gebaut werden. Dafür hat die Gemeinde Castrop-Rauxel die gewerbliche Baufläche geändert, es soll ein Sondergebiet dargestellt werden. Auf insgesamt rund 3 400 Quadratmetern Verkaufsfläche sollen dort Unterhaltungselektronik, Computer, Elektrohaushaltsgeräte, Leuchten, Foto etc, aber auch Haus- und Heimtextilien, Haushaltswaren, Glas und Prozellan sowie Geschenk- und Bastelartikel verkauft werden.
Gutachten
ignoriert
IHK-Geschäftsführer Karl-F. Schulte-Uebbbing hatte den Waltroper Ratsmitgliedern schon erklärt, dass das Waltroper Sondergebiet und das in Habinghorst "zwei verschiedene paar Schuhe" seien und damit nicht zu vergleichen. Zu einer Zustimmung zum Castroper Anliegen wollte sich Waltrop dennoch nicht hinreißen lassen, der Rat hat die Entscheidung aufgeschoben. Dass zwischenzeitlich der bitterböse Brief der umliegenden Bürgermeister kam, auch vom Castrop-Rauxeler Stadtoberhaupt Nils Kruse mit unterschrieben, hat die Entscheidung der Waltroper Räte nicht positiv beeinflusst.
Waltroper Zeitung - 15. 08. 2003
Quelle: Waltroper Zeitung, 16. August 2003