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B474N.DE > Presse > Jahr 2002 >
Arbeitsamtsdirektor nennt Zahlen Besorgnis erregend 13. August 2003


Die Zahl der Arbeitslosen in Waltrop ist im vergangenem Jahr erheblich gestiegen. Arbeitsamtsdirektor Hartmut Hauschildt nennt die Zahlen "absolut Besorgnis erregend". Umso weniger findet das Nein der Stadt zum New-Park bei ihm Verständnis.

"Waltrop ist keine Insel der Seligen mehr", sagte Hartmut Hauschildt mit Blick auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres mussten sich 1180 Waltroper arbeitslos melden. Das sind 240 mehr als noch im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Bestand an Arbeitslosen im ersten Halbjahr gegenüber 2002 "hat deutlich zugenommen", so Hauschildt: um 110 Leute bzw. 7,4 Prozent auf nunmehr 1552. Im gesamten Arbeitsamtsbezirk ist die Arbeitslosigkeit hingegen nur um 1,6 Prozent angestiegen.

Noch drastischer schätzt Hauschildt die Entwicklung bei der Jugendarbeitslosigkeit ein. Denn trotz zahlreicher Hilfen und Sonderprogramme steige die Zahl der arbeitslosen jungen Leute in Waltrop an: Im Durchschnitt des ersten Halbjahres waren 211 Arbeitslose jünger als 25 Jahre, womit die Jugendarbeitslosigkeit um 19,2 Prozent gestiegen sei. "Im Arbeitsamtsbezirk Recklinghausen konnte dagegen ein Rückgang verzeichnet werden", sagte Hauschildt. Die Zahl der Ausbildungsplätze ist um 17 Prozent zurückgegangen: Waren es in den Vorjahren noch 208 (2001) bzw. 187 (2002) so wurden jetzt nur 155 Ausbildungsplätze angeboten.

Und hinsichtlich der Arbeitsplatzversorgung steht Waltrop am unteren Ende der Rangfolge aller Städte im Kreis. Nur 2490 Leute arbeiten direkt in Waltrop, während von den 9290 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 6800 zu Arbeitsplätzen aus der Stadt heraus pendelten. Diese Quote sei einfach zu hoch. "In Waltrop fehlt eines, und das sind Arbeitsplätze", sagte Hauschildt. Rein aus Arbeitsmarktpolitischer Perspektive sei die New-Park-Entscheidung dewsegen "noch einmal zu überdenken", sagte Hauschildt.


Quelle: WAZ Waltrop, 13. August 2003