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Arbeitslosigkeit ist gestiegen 13. August 2003


Die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Waltrop nehme eine "sehr negative, Besorgnis erregende Entwicklung", kommentierte Hartmut Hauschildt, Direktor des Arbeitsamtes Recklinghausen, die Zahlen des ersten Halbjahres 2003 im Vergleich mit dem Vorjahr.

Mit Regina Grossart, Leiterin der zuständigen Arbeitsamts-Geschäftsstelle Datteln, und Bereichsleiter Reiner Zwilling aus Recklinghausen stellte Hauschildt gestern in Waltrop die Arbeitsmarktzahlen für das erste Halbjahr vor. Diese Bilanzierung erfolgt, weil Waltrop über keine eigene Geschäftsstelle des Arbeitsamtes verfügt und daher keine monatliche Quote für die Stadt ermittelt wird.

In den ersten sechs Monaten des Jahres meldeten sich 1 180 Waltroper arbeitslos, 240 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Bestand der Arbeitslosen hat im ersten Halbjahr gegenüber 2002 deutlich zugenommen: um 110 Personen oder 7,4 Prozent. Im gesamten Arbeitsamtsbezirk Recklinghausen ist der Bestand dagegen nur um 1,6 Prozent angestiegen.

Noch ungünstiger hat sich die Jugendarbeitslosigkeit entwickelt: Im Durchschnitt des ersten Halbjahres 2003 waren 211 Arbeitslose jünger als 25 Jahre. Das bedeutet eine Zunahme um 19,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im gesamten Arbeitsamtsbezirk konnte hier sogar ein Rückgang verzeichnet werden. Die Zahl der Ausbildungsplätze in Waltrop sank von 187 (Juni, 2002) auf 155 (Juni 2003). Zudem bleibt Waltrop eine Auspendlerstadt. Die vom statistischen Bundesamt letztmalig am 30. Juni 2001 erhobenen Daten zeigen: Von 9 290 Waltroper Arbeitnehmern pendelten 6 800 zu Arbeitsplätzen außerhalb der Stadt, nur 2 490 Bürger arbeiteten im Ort.

"Waltrop koppelt sich im negativen Sinn von der Arbeitsmarkt-Entwicklung ab, die Entwicklung im Kreis ist eine andere", sagte Hauschildt. In anderen Städten seien Gewerbeflächen entwickelt, Unternehmen angesiedelt worden. In Waltrop dagegen seien es in den letzten zwei Jahren nicht mehr, sonder eher weniger Arbeitsplätze geworden. "Hier sind Politik und Wirtschaftsförderung gefordert", so Hauschildt.

Nein zu "newPark" überdenken

"Vor diesem Hintergrund müsste aus arbeitsmarktpolitischer Sicht die Waltroper Entscheidung zum 'newPark' noch einmal überdacht werden", sagte Hauschildt. Waltrop könne es sich für sich und für den Kreis nicht leisten, diese Chance nicht zu nutzen.

Im Endausbau werde der "newPark" Arbeitsplätze in vierstelliger Zahl bringen, schätzt der Arbeitsamts-Direktor. Er geht davon aus, dass vor allem die Arbeitssuchenden vor Ort profitieren werden. "Erfahrungsgemäß kommt immer der Großteil der Arbeitskräfte aus dem Ort, wenn neue Arbeit entsteht", so Hauschildt. "Und wir werden die Arbeitsuchenden nach Bedarf qualifizieren." Hauschildt geht davon aus, "dass der 'newPark' kommt, nur kleiner. Und das ist schade." -kö

Waltroper Zeitung - 12. 08. 2003


Quelle: Waltroper Zeitung, 13. August 2003