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B474N.DE > Presse > Jahr 2002 >
Beirat befürchtet eine Straße ohne Anschluss 16. November 2002


Den Industriepark newPark gibt es bislang nur auf dem Papier. Doch der Kreis Recklinghausen will schon einmal ein Zeichen setzen und bereitet auf Dattelner Gebiet den Ausbau der Kreisstraße K 12 zwischen der geplanten B 474 n und der Industriepark-Einfahrt vor.

von Michael Wallkötter

"Was soll das?", fragt der Landschaftsbeirat des Kreises Recklinghausen, der die Kreisverwaltung in Fragen des Natur- und Landschaftsschutzes berät. "Soll hier ein weiterer Torso in der Landschaft entstehen?"

1,4 Kilometer lang ist der K 12-Abschnitt, der von sechs auf sieben Meter verbreitert werden soll und über den später einmal Lkw in den newPark rollen sollen. Geschätzte Investitionskosten: 600 000 Euro.

Beiratsvorsitzender Gerd Plaumann befürchtet, dass mit dem Ausbau der K 12 vollendete Tatsachen geschaffen werden, bevor überhaupt der erste Spatenstich für die Bundesstraße B 474 n vollzogen, geschweige denn der erste Investor für den newPark akquiriert worden ist. Er forderte den Kreis Recklinghausen auf, erst dann mit der Realisierung des K 12-Projektes zu beginnen, wenn es für die B 474 n einen unanfechtbaren Planfeststellungsbeschluss gibt.

Der Landschaftsbeirat ist ein erklärter Gegner der Rieselfeld-Industrialisierung und lehnt auch die B 474 n ab, die den newPark an das Autobahnnetz anbinden soll. Plaumann, der von einer "Salamitaktik" spricht, glaubt, dass mit der K 12-Investition vollendete Tatsachen geschaffen werden, die den Druck auf die B 474 n-Planfeststellung erhöhen sollen. Ob die Bundesstraße jedoch überhaupt jemals gebaut werde, wisse kein Mensch, meinte Plaumann, der daran erinnerte, dass das Oberverwaltungsgericht Münster 1994 die B 474 n schon einmal einkassiert hat. Nutzlos in der Landschaft stehende Brückenbauwerke zeugen von dieser Entscheidung.


Quelle: Dattelner Morgenpost, 16. November 2002