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Den Industriepark newPark gibt es bislang nur auf dem Papier. Doch der Kreis Recklinghausen will schon einmal ein Zeichen setzen und bereitet auf Dattelner Gebiet den Ausbau der Kreisstraße K 12 zwischen der geplanten B 474 n und der Industriepark-Einfahrt vor.
von Michael Wallkötter
"Was soll das?", fragt der Landschaftsbeirat des Kreises Recklinghausen, der die Kreisverwaltung in Fragen des Natur- und Landschaftsschutzes berät. "Soll hier ein weiterer Torso in der Landschaft entstehen?"
1,4 Kilometer lang ist der K 12-Abschnitt, der von sechs auf sieben Meter verbreitert werden soll und über den später einmal Lkw in den newPark rollen sollen. Geschätzte Investitionskosten: 600 000 Euro.
Beiratsvorsitzender Gerd Plaumann befürchtet, dass mit dem Ausbau der K 12 vollendete Tatsachen geschaffen werden, bevor überhaupt der erste Spatenstich für die Bundesstraße B 474 n vollzogen, geschweige denn der erste Investor für den newPark akquiriert worden ist. Er forderte den Kreis Recklinghausen auf, erst dann mit der Realisierung des K 12-Projektes zu beginnen, wenn es für die B 474 n einen unanfechtbaren Planfeststellungsbeschluss gibt.
Der Landschaftsbeirat ist ein erklärter Gegner der Rieselfeld-Industrialisierung und lehnt auch die B 474 n ab, die den newPark an das Autobahnnetz anbinden soll. Plaumann, der von einer "Salamitaktik" spricht, glaubt, dass mit der K 12-Investition vollendete Tatsachen geschaffen werden, die den Druck auf die B 474 n-Planfeststellung erhöhen sollen. Ob die Bundesstraße jedoch überhaupt jemals gebaut werde, wisse kein Mensch, meinte Plaumann, der daran erinnerte, dass das Oberverwaltungsgericht Münster 1994 die B 474 n schon einmal einkassiert hat. Nutzlos in der Landschaft stehende Brückenbauwerke zeugen von dieser Entscheidung.
Quelle: Dattelner Morgenpost, 16. November 2002