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B474N.DE > Presse > Jahr 2002 >
Münsterstraße bleibt der neuralgische Punkt 26. September 2002


Die Planung für die B 474n steht, die Fronten sind geklärt: Gegner der Trasse kündigen massiven Widerstand an und die Straßenplaner zeigen sich entschlossen, ihre Pläne durchzusetzen. Alle warten jetzt auf die öffentliche Auslegung der Unterlagen zur B 474n. Dann beginnt für die Gegner der Straße die Suche nach Fehlern im umfangreichen Planungswerk.

Spannend bleibt die Frage nach der offizielle Stellungnahme der Stadt, die in einigen Monaten vorgelegt werden muss. Erneute heftige politische Auseinandersetzungen sind zu erwarten. Bauamtsleiter Thorsten Kubiak möchte gerne alle Fraktionen in Einigkeit sehen. Das aber scheint nach dem jetzigen Stand unwahrscheinlich, obwohl es auch von Seiten der CDU-Fraktion genug Kritikpunkte an der Planung gibt. Das wurde im Ausschuss für Umwelt und Verkehr deutlich, wo Carlo Becker (CDU) zum Beispiel auf den "neuralgischen Punkt" im Bereich der Anbindung der B 474n an die Münsterstraße verwies. Der bringt große Probleme für die Anwohner und dortigen Wirtschaftsbetriebe. Doch Jürgen Pauly vom Landesbetrieb Straßenbau machte klar: Die jetzige Planung wird nicht mehr geändert.

Keine Reduzierung auf zwei Spuren

Seine Behörde habe zwar die Sorgen und Nöte der Betroffenen zur Kenntnis genommen. Doch die Planung sei in jeder Hinsicht die beste Lösung. Auch im Bezug auf die Nähe der Trasse zur Siedlung Im Hangel sieht Projektleiter Pauly keinen Spielraum mehr für Änderungen. Pauly: "Mit dem Abrücken von der Wohnsiedlung sind wir der Stadt schon entgegengekommen."

Auch eine Reduzierung der Vierspurigkeit auf zweispurigen Ausbau wird es mit den Straßenplanern nicht geben. "Wir wollen die Straße vierstreifig", sagte Pauly mit dem Verweis auf Verkehrsprognosen. Der geplante Industriepark Lippetal im Rieselfeld sei dafür nicht ausschlaggebend gewesen. Zudem sei die B 474n keine reine Ortsumgehung. Sie würde zwar in verschiedenen politischen Programmen so bezeichnet, das aber habe auch finanzielle Gründe. So könnten zusätzliche Finanztöpfe genutzt werden.

Andreas Kuhlmann vom Gutachterbüro machte im Ausschuss deutlich, dass bei Abwägung aller Belange bezüglich Umwelt und Natur die jetzt ausgewählte Trasse die optimalste sei. Auf den Einwand, dass der Mensch als höchstes Gut im Mittelpunkt jeder Abwägung stehen müsse, verwies er auf die gesetzlichen Vorgaben, die keine andere Entscheidung zulassen würden. -berg


Quelle: Waltroper Zeitung, 26. September 2002