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B474N.DE > Presse > Jahr 2002 >
Bauern rechnen mit Klagen gegen B 474 n 14. September 2002


Der Landwirtschaftliche Kreisverband Recklinghausen geht davon aus, dass betroffene Landwirte gegen den Bau der Bundesstraße B 474 n auf dem Gebiet der Städte Datteln und Waltrop klagen werden.

von Michael Wallkötter

Wie der Geschäftsführer des Verbandes, Wolfgang König, erklärte, hat die Landwirtschaft eindeutig gegen die Realisierung dieses Straßenbauprojekts Stellung bezogen. In einem Gutachten soll die Betroffenheit der bäuerlichen Betriebe verdeutlicht werden, kündigte König an.

In der Landwirtschaft und in den Naturschutzverbänden sieht der Landschaftsbeirat des Kreises Recklinghausen Verbündete im Kampf gegen die neue Bundesstraße, der als Ortsumgehung für Waltrop und Datteln sowie als Erschließungsstraße für den in den Rieselfeldern geplanten newPark hohe Bedeutung beigemessen wird.

"Bedarf nicht nachgewiesen"

Der Beirat, der den Kreis RE in Fragen des Natur- und Landschaftsschutzes berät, hat jetzt schwere Bedenken gegen den Bau der B 474 n erhoben. Das Planverfahren weise "erhebliche verfahrenstechnische Mängel" auf, der Verlust des Freiraums (150 Hektar) und die Zerschneidung der Landschaft seien "nicht mehr kompensierbar", heißt es in einer Stellungnahme, die der Beirat u. a. auch an die Verkehrsministerien in Düsseldorf und Berlin verschickt hat.

Im einzelnen kritisiert der Beirat u. a., dass die Umweltverträglichkeitsprüfung auf sieben Jahre alten Daten basiere. Außerdem sei nicht nachvollziehbar, auf welche Weise die nun verfolgte Trasse tatsächlich ausgewählt worden sei. Auch der Bedarf einer B 474 n sei bis heute nicht nachgewiesen. Die Entlastungseffekte für die Ortsdurchfahrten seien nach allen veröffentlichten Verkehrsgutachten gering.

Der Industriepark newPark ist nach Auffassung des Landschaftsbeirates ebenfalls keine Rechtfertigung für die Realisierung des Projekts. "Bis heute hat noch niemand den Bedarf für den Industriepark dargestellt", betonte Beiratsvorsitzender Gerd Plaumann. Plaumann (kl. Foto) verwies auf den bereits erschlossenen Industriepark Dorsten-Marl, für den bislang kein Investor gefunden werden konnte. "Es sollten zunächst einmal die vorhandenen Flächen aufgearbeitet werden", meinte der Vorsitzende.

Fazit des Landschaftsbeirates: "Die B 474 n zerstört hochwertige Natur- und Naherholungsräume bei gleichzeitig sehr geringem Verkehrswert und sehr hohen Baukosten."


Quelle: Waltroper Zeitung, 14. September 2002