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B474N.DE > Presse > Jahr 2002 >
Schmuckes Wohnen in altem Germania-Rund 13. September 2002


Verwaltung und Politik haben seit längerem ehrgeizige Pläne, auf dem Gelände des insolventen Tiefbauunternehmens Speeck am Ostring Wohnbebauung zu ermöglichen. Wie unsere Zeitung jetzt aus Kreisen der Kommunalpolitik in Erfahrungen bringen konnte, gibt es offenbar auch die Absicht, das Areal des alten Germanen-Stadions mit in diese Bauabsichten einzubeziehen.

von Uwe Wallkötter

Die CDU-Fraktion hat jetzt einen entsprechenden Antrag beim Bürgermeister eingereicht. Dies sei, so betonte Fraktionsvorsitzender Walter Deckmann gegenüber unserer Zeitung, eine alte Idee der Union, die bei der letzten Klausurtagung entwickelt worden sei. Die CDU sieht hier eine für die Entwicklung Dattelns günstige Chance. Das Gebiet habe eine hohe Wohnqualität. Um diese auch zu gewährleisten, sollen die ruhigen Wohnbereiche zur B 235 durch einen Gürtel von Mischbebauung und wohnverträglicher gewerblicher Nutzung geschützt werden. Ein hochwertiges Wohngebiet, die sinnvolle Zuordnung von Wohnen und Arbeiten könne laut Deckmann auch im Hinblick auf den newPark von Vorteil sein. Die CDU möchte für die Entwicklung auch einen städtebaulichen Wettbewerb durchführen.

Eine Absicht, die bei Bürgermeister Wolfgang Werner auf wenig Gegenliebe stößt. Auf Anfrage betonte Werner, dass man in Datteln in der Vergangenheit schon viel zu viel Zeit mit solchen Wettbewerben vergeudet habe. Auch habe die Verwaltung hier seit längeren bereits Planungen mit dem gleichen Ziel vorangetrieben.

Sorgenkind Stadion

Die CDU hat nach der Pleite von Speeck von Beginn an eine Wohnbebauung auf den alten Bauhöfen bevorzugt. Hier hatte die Verwaltung allerdings seinerzeit Bedenken geäußert, und zwar einerseits wegen der Ausfahrt des Baugebiets auf den dicht befahrenen Ostring und anderseits wegen der Lärmbelästigungen durch Sportveranstaltungen. Die SPD hatte sich für die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes ausgesprochen.

Zieht man aber die Station-Fläche mit in die Überplanung ein, ergeben sich offenbar ganz neue Perspektiven  vor allem für das Sorgenkind Ostringstadion. Denn die dringend erforderlichen Renovierungsarbeiten schiebt die Stadt seit langem vor sich her. Allein für die Erneuerung des maroden Rasenplatzes im alten Germanen-Rund müssten nach vorläufigen Schätzungen rund 500 000 Euro ausgegeben werden.

Die CDU-Überlegungen gehen deshalb inzwischen dahin, dieses Stadion-Areal an den Investor zu verkaufen, um dort Wohnbebauung zu ermöglichen. Mit dem Geld soll dann an anderer Stelle eine neue Sportstätte für die Vereine errichtet werden.

Die Stadtverwaltung hat dazu am 17. September eine interfraktionelle Sitzung vorbereitet, an der auch Germania teilnehmen sollen.


Quelle: Dattelner Morgenpost, 13. September 2002