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Am Genehmigungsverfahren für die B 474 n wird mit Hochdruck gearbeitet, das Planfeststellungsverfahren beginnt Ende dieses Jahres. Die Pläne werden im Februar öffentlich ausgelegt. Das teilt das NRW-Verkehrsministerium mit und kann nicht bestätigen, dass das Bundesverkehrsministerium bisher den Sichtvermerk an den Plänen verweigert hat, weil es die Ausgleichskosten für zu hoch hält.
Dies hatte die WAZ von informierter Stelle erfahren. Eigentlich sollte das Genehmigungsverfahren für die B 474 n schon im Herbst dieses Jahres anlaufen. Der Termin wurde aber verschoben, angeblich wegen des verweigerten Sichtvermerks. Das in Bonn verbliebene Bundesverkehrsministerium hüllte sich gestern noch in Schweigen.
Wenn die Pläne im Februar ausgelegt werden, beginnt die Widerspruchsfrist für die Einwender, der ein öffentliches Anhörungsverfahren durch die Bezirksregierung folgt.
Für eine andere umstrittene Straße ist das vorläufige Ende gekommen. Der Kreis will die Planung der Südumgehung einstellen. Entsprechende Beschlüsse sollen der Ausschuss für Landschaftsplanung, Umweltfragen und Bauangelegenheiten des Kreistages am 13. September, der Kreisausschuss am 24. September und der Kreistag am 7. Oktober fassen.
Dies teilt CDU-Fraktionschef Rolf Lütkenhaus mit. Doch bleibt ein Hintertürchen offen: Für den Fall, dass die B 474 n nicht gebaut wird und/oder der Industriepark Lippetal eine so intensive Anbindung benötigen würde, müsste die Aufnahme der Südumgehungs-Planung neu geprüft werden.
Die Planung einer Straße zwischen der Leveringhäuser-/Mengeder Straße bis zum Anschluss an die Brambauer Straße/Im Knäppen war vor vier Jahren beschlossen worden. Dann aber sind drei Fachgutachter zu dem Ergebnis gekommen, das eine Realisierung der so genannten K 12 nicht zu empfehlen sei.
So hatte das Verkehrsgutachten ergeben, dass die Südumgehung keine Entlastung für die Leveringhäuser Straße bringen würde und die großräumige Erschließung des geplanten New Park in den Rieselfeldern nur durch die B 474 n im Norden bezw. durch eine Anbindung an die A 2 über eine verlängerte B 236 im Südosten sinnvoll zu erzielen sei.
Auch aus städtebaulicher Sicht wurde die K 12 wegen ihrer starken Trennwirkung nicht empfohlen. Nicht zuletzt gab es starke Bedenken wegen der umweltzerstörerischen Wirkung der Straße in einem Freiraum mit wertvollen Lebensräumen für Vögel, Fledermäuse und Amphibien in Wassernähe.
Quelle: WAZ Waltrop, 10. September 2002