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Das erste Kaiserpaar im Rieselfeld 9. September 2002


Mächtig spannend machte es der Vorsitzende Klaus Eickenscheidt, bevor er es gestern um 16.26 Uhr unter dem Jubel der vielen hundert Gäste verkündete: Erstmals in ihrer Geschichte wird die Erntegemeinschaft Rieselfeld von einem Kaiserpaar regiert. Erich Brune und Elisabeth Grutsch sind die neuen Majestäten.

Viel dankende Worte fand Klaus Eickenscheidt, der sich am Vormittag noch mutig als Erster vom 62 Meter hohen Bungee-Kran in die Tiefe gestürzt hatte, beim 21. Erntedankfest auf dem Platz an der OGA-Halle gestern Nachmittag zunächst für das scheidende Königspaar Willi II. Quinkenstein und Gudrun I. Beermann. Viele Anwärter auf den Thron habe es, so Eickenscheidt, in diesem Jahr gegeben. Einer kam allerdings etwas zu spät: Während Eickenscheidt auf der Bühne stand, Minuten vor der Entscheidung, klingelte sein Handy. "Christian Brune bewirbt sich noch", so Eickenscheidt.

Mit einem Wahlgang war es in diesem Jahr nicht getan. 7:7-Unentschieden zwischen Franz Goer und Klaus Eickenscheidt lautete das Ergebnis der ersten Runde. Die Spannung stieg gewaltig, im zweiten Durchgang gab es dann die große Überraschung. Passend zum Kaiserwetter am Sonntag entschied sich der Vorstand für den ersten Kaiser seit 1919, dem Gründungsjahr der Erntegemeinschaft.

Erich Brune, bereits von 1990 bis 94 als Erntekönig auf dem Thron, ließ sich auf den Schultern seiner Vorstandskollegen als erster Ernte-Kaiser feiern. Zu seiner Kaiserin wählte er Elisabeth Grutsch. Mit dem Prinzenpaar Maria Brune und Hans Grutsch und dem Hofstaat mit Monika und Heinz Riphaus sowie Doris und Heinrich Vedder wird das von Bürgermeister Willi Scheffers und Alt-Bürgermeister Jochen Münzner gekrönte Kaiserpaar in den kommenden vier Jahren die Entegemeinschaft repräsentieren.

Als erste Amtshandlung führte das neue Kaiserpaar den zweiten Teil des Festumzuges durch die Rieselfelder. Bereits um 14.30 Uhr war der prächtige Umzug mit über 35 Wagen und vielen Gespannen nach dem Aufmarsch auf dem Marktplatz zur ersten Runde durch die Stadt gezogen.

Harte Worte für newPark und 474 n

Viele hundert Zuschauer säumten die Straßen, um die herrlich geschmückten Wagen zu bewundern. Die Zukunft der Rieselfelder  den newPark, die B 474 n  hatten zahlreiche Verbände und Nachbarschaften dabei zum Thema gemacht. Einige etwas drastischer, wie die Nachbarschaft "Ulen Heide" von der Oberlippe. "Die CDU ist gekommen und hat uns das Rieselfeld genommen", hieß es da. Andere etwas blumiger: "Es muss nicht immer Mallorca sein", pries der mit Oleander und Lantanen geschmückte Wagen der Familie Grutsch und Nachbarschaft das Rieselfeld als "Naherholungsgebiet Nummer eins" an. Pisa-Studie hin und her  der Elternstammtisch forderte auf seinem Wagen die alte, 1967 geschlossene Lippe-Schule zurück. Blumen, Gemüse, einen riesigen Papp-Hahn oder ein Sau mit Ferkeln und Enten  vieles gab es im schier unendlichen Zug zu sehen. Die begeistern Zuschauer dankten es mit viel Jubel und Applaus.

Der gewaltige Zuspruch am Sonntag zeigte einmal mehr: Das nur alle vier Jahre stattfindende Erntedankfest  der Dank für die Früchte der Felder und ein Blick auf das, was die Landwirtschaft vor den Toren der Stadt leistet  ist und bleibt etwas besonderes.

Heute geht es auf dem Festplatz an der OGA-Halle um 15 Uhr weiter: Dann richtet die Landjugend das Kindererntedankfest mir der Wahl des neuen Kinder-Königspaares aus. Ab 20 Uhr wird beim Krönungsball noch einmal mit der Band "Bugatti" gefeiert.


Quelle: Waltroper Zeitung, 9. September 2002