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Zwei Tage nach Bekanntwerden ihres Vorschlags, Ortsumgehungen im Bundesverkehrswegeplan zu Gunsten von Hauptverkehrsachsen zu streichen, hält die Kritik an der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Datteln weiterhin an.
Die kommt diesmal von Gerd Renger (CDU) und auch von Bürgermeister Wolfgang Werner. Beide machten gegenüber unserer Zeitung deutlich, dass man in der Verkehrskommission des Regionalrates Münster nicht Umgehungen streichen will, sondern vielmehr versuchen möchte, noch einige Umgehungsstraßen von Orten, durch die Bundesstraßen verlaufen, in die höchste Prioritätenstufe zu bringen. Als ein auch Datteln betreffendes Beispiel nannten Werner und Renger die Nachbargemeinde Olfen.
Renger wies darauf hin, dass die Verkehrskommission zur Bewertung des Bundesverkehrswegeplans am Montag getagt habe, eine Entscheidung aber wegen der Prioritäteneinstufung einiger Umgehungsstraßen vertagt worden sei. Insofern geht Gerd Renger davon aus, dass es sich bei dem Vorstoß der IHK (wir berichteten) um eine Einzelmeinung gehandelt habe. "Schließlich ist ja auch die IHK in der Verkehrskommission vertreten und da habe ich nichts gehört", so Renger. Es könne auch kein Gegenstand von Diskussionen in der Kommission sein, nur die Autobahnen zu fördern. Kommission und Regionalrat seien mit Kommunalpolitikern besetzt, die natürlich Interesse an örtlichen Umgehungsstraßen hätten. Deshalb räumt Renger der IHK-Initiative wenig Chancen ein. Eine Vernachlässigung von Umgehungsstraßen gehe auch an den Interessen der Region vorbei, so Renger mit Hinweis auf mehr Wohnqualität, die den Wegzug von Bürgern verhindern könne.
Projekt scheint nicht gefährdet
Die B 474n sehen Renger und Werner nicht gefährdet. Dieses Projekt genieße nach dem Ausbau der A 52 den höchsten Stellenwert in der Prioritätenliste. Seitens der Kommission versuche man nun, die Verlängerung der B 474n um Olfen herum in die höchste Stufe zu bekommen. "Nur so macht die B 474n auch Sinn, denn dann besteht die Verbindung zur A 43", betonen Werner und Renger mit dem Hinweis, mit dem Kreis Coesfeld an einem Strang zu ziehen. Aber es werde, so Renger, kein Kinderspiel. "Wenn Olfen hochgestuft wird, muss ein anderes Projekt geopfert werden." -uw
Quelle: Dattelner Morgenpost, 6. September 2002