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Der jüngste Vorstoß der Industrie- und Handelskammer Nord-Westfalen (IHK), Ortsumgehungen zu Gunsten wichtiger Verkehrsachsen in der Region zu streichen (wir berichteten), stößt in Datteln auf wenig Gegenliebe. Dies ergab eine Umfrage unserer Zeitung bei heimischen Politikern.
Am deutlichsten wurde SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Müller. Er sieht in dem Vorstoß der IHK "reines Wahlkampfgetöse der IHK". Müller ist davon überzeugt, dass die Dattelner SPD rechtzeitig von ihren Abgeordneten Informationen bekommen hätte, wenn zum Beispiel das so wichtige Straßenprojekt B 474 n finanziell auf der Kippe stehen würde. Müller bezeichnete es gegenüber unserer Zeitung als "unseriös, wenn die IHK hier so vorprescht" und kündigte an, sich aus erster Hand Infos über den Stand der Dinge holen zu wollen.
Nach Ansicht von Dr. Jürgen Wutschka (CDU) will die IHK damit nicht gegen Horneburg und Ahsen schießen. Gemeint seien vielmehr Ortsumgehungen, die den Status einer Bundesstraße hätten. Die geplante Umgehung Horneburgs sei eine Landesstraße. Gleichwohl sieht Dr. Wutschka eine unglückliche Konstellation für eine zeitnahe Umsetzung des Projektes in Horneburg. Aufgrund leerer Kassen müsse auch die Straßenbauverwaltung, wo die Planung von Bundes- und Landesstraßen zusammenlaufe, die Gürtel enger schnallen. Dies habe zur Folge, dass die Planer ihre Kapazitäten für Projekte mit oberster Priorität vorhalten müssten. Dies führe, so Dr. Wutschka, zwangsläufig zu einer Vernachlässigung anderer Vorhaben wie zum Beispiel Horneburg.
Für die Grünen geht ein solcher Schritt zu Lasten der Menschen, die auf eine Verkehrsentlastung hoffen. Für Georg van Elst packe dieser Vorschlag der IHK auch das Problem nicht bei der Wurzel. Die Grünen hätten generell einen anderen Ansatz bei der Verkehrspolitik, nämlich Weg von der Straße hin zur Schiene. "Die Verkehrsprobleme bekommt man nicht in den Griff durch mehr Autobahnen", so van Elst. -uw
Quelle: Dattelner Morgenpost, 5. September 2002