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Hoffnungen auf Standort Phoenix 23. August 2002


Während Waltrops Jobwunder newPark noch in den Startlöchern steckt, sind die Macher im benachbarten Dortmund schon weiter. 1100 neue Arbeitsplätze allein am Bau verspricht man sich von der Erschließung des ehemaligen Stahlwerkes Phoenix, der nahe dem Zentrum verkehrsgünstig gelegenen Industriebrache.

Der Wandel vom Stahl- zum Zukunfts-Standort soll für ein Jobwunder in Dortmund sorgen. Das rechnet zumindest der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie vor, die von sinkenden Umsätzen, Lohndumping und Schwarzarbeit geprügelt wurde. Allein in Dortmund sind rund 1800 Bauarbeiter arbeitslos gemeldet. Zuletzt gab es zahlreiche Insolvenzen, vor allem kleinere und mittelständische Firmen wurden Opfer der anhaltenden Flaute am Bau.

Wolfgang Drüll, Geschäftsführer der Wirtschaftsvereinung Bauindustrie in Dortmund, würde sich freuen, wenn es am Bau bald wieder aufwärts geht, hält das Ganze aber für reines "Wunschdenken".

Das Ausschreibungsverfahren für Phoenix laufe zwar. Doch viele Firmen hätten sich damit "überhaupt noch nicht beschäftigt". Bevor ein Auftrag nicht in der Tasche sei, gebe es auch keine Neueinstellungen, so Drüll.

Baubranche liegt fast am Boden

Im Gegenteil: Eine unbefriedigende Auslastung der Betriebe, verbunden mit einem katastrophalen Preisniveau, sorge vor Ort weiter für einen ungebremsten Beschäftigungsabbau.

Phoenix sei zwar ein interessantes Projekt, das Hoffnung mache. Drüll fürchtet aber, dass der Kuchen für die Dortmunder Firmen zu klein ist. "Unsere Branche ist ausgehungert." Er rechnet bei der Vergabe von Aufträgen mit "einen selbstmörderischen Preiskampf", bei dem am Ende der billigste Jakob mit eingekauften Niedriglohn-Kolonnen den Zuschlag erhält.

Diplom-Kaufmann Claus Asbeck vom Baugewerbeverband Westfalen äußert sich diplomatisch. Natürlich freue man sich über jedes neue Bauvorhaben, welches dazu beitragen könnte, die Beschäftigungs-Situation am Bau in Dortmund zu verbessern. Und das Phoenix-Projekt könnte durchaus einen solchen Effekt haben.


Quelle: Waltroper Zeitung, 23. August 2002