Startseite  |   Kontakt  |   Suchen  |   Links  |   Wir über uns   Aktuelles  |   Überblick  |   Datteln/Waltrop  |   Olfen  |   Archiv   


B474N.DE > Presse > Jahr 2002 >
Yachthafen ein Eldorado für Freizeit-Kapitäne 19. August 2002


Für den Gelsenkirchener Dieter Hecker (58) ist im Waltroper Yachthafen eine Sehnsucht wahr geworden. Bis 1974 war er Binnenschiffer, dann wechselte er auf Wunsch seiner Frau Brigitte ins Taxigewerbe. Seit drei Jahren hat er wider Schiffsplanken unter den Füßen.

Zumindest an den Wochenenden, wenn das Wetter mitspielt. Seine zweite große Liebe ist ein Eigenbau, heißt Gitte und ist 9,85 Meter lang. Für nur 15 000 DM  fast geschenkt  konnte Hecker das Schiff von einem Rentner erstehen. "Der hat auf dem Boot das massive Holz von ausgeschlachteten Binnenschiffen aus dem Duisburger Hafen verbaut", schwärmt der ehemalige Schiffsführer. 1961 schipperte er mit einem Motorschiff noch über das Alte Schiffshebewerk. "Gitte" ist mit einem doppelten Boden fast genauso unverwüstlich wie die Kähne, die er früher fuhr. Ein Blick in das Innere verrät, dass aus der 1985 vom Stapel gelaufenen Motor-Yacht ursprünglich mal ein Segelschiff werden sollte.

Platz ist in der Kajüte eigentlich genug, doch wenn Hecker mit Frau, Familie oder Freunden gemütlich über den Kanal tuckert, dann übernachtet er meist in einem kleinen Ferienhaus in Oer-Erkenschwick. "Ich fühle mich in dem Waltroper Yachthafen pudelwohl, die Leute hier sind ganz normal und nicht so überkandidelt", so Hecker. Ehefrau Hannelore hat zwar immer noch ein bisschen Angst auf dem Kanal, an das Hobby ihres Mannes hat sie sich aber gewöhnt.

Der Betreiber des Yachthafens, Franz-Josef Ribbrock, sieht die Zukunft allerdings mit Sorgenfalten in der Stirn. Von den 80 Liegeplätzen sind längst nicht mehr alle belegt. "Etliche sind in in einen anderen Hafen gewechselt, weil hier die B 474 n vierspurig wie eine Autobahn gebaut werden soll." Außerdem hätten die gestiegenen Spritpreise vielen Freizeitschippern in den letzten Jahren das Hobby verdorben. "Früher durfte man noch mit Heizöl fahren, heute kostet der Spaß einen Euro für den Liter", so Ribbrock. Und wen die Yacht zig Liter verbraucht, dann bleibe sie eben häufiger liegen. -mdi


Quelle: Waltroper Zeitung, 19. August 2002