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Kanäle haben bald nur noch Bedeutung für Sportboote 5. Juli 2002


Interessante Informationen - mit der Initiative "Datteln wird Kanalstadt" im Hinterkopf - erhielt die SPD-Reisegruppe, die auf Einladung der Bundestagsabgeordneten und -kandidatin des Wahlkreises 92, Waltraud Lehn, drei mit Programm vollgestopfte Tage in Berlin verbrachte.

Bei einem Besuch im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit stellte Ressortleiter Reinhardt Kaiser in anschaulicher Form die Arbeit des Ministeriums im Allgemeinen und die Energie- und Verkehrspolitik der Bundesregierung im Besonderen vor. Priorität genieße dabei die Förderung erneuerbarer Energien. Klare Worte vor allem für die Dattelner über die Zukunfts-Chancen der gewerblichen Binnenschifffahrt auf den Kanälen. Kaiser: "Nur auf dem Rhein fahren die Schiffer Gewinne ein". Die Kanäle hätten nach seiner Meinung in absehbarer Zeit nur noch eine Bedeutung für die Sportschifffahrt.

Die laufenden Ausbaumaßnahmen für 1000-Tonnen-Schiffe seien finanziert und man könne und wolle sie schon aus Rücksicht auf Arbeitsplätze und Baufirmen nicht stoppen.

Ein Besuch im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnug brachte Wissenswertes über die "Riester-Rente". Waltraud Lehn empfing die Gruppe im Paul-Löbe-Haus zu einer Besichtigung des Reichstagsgebäudes mit Aufstieg in die gläserne Kuppel. Anhand eines Sitzungs-Wochenplans erläuterte sie die Arbeit der Abgeordneten.

Aus Dattelner Sicht interessant zu hören, wie man z. B. ein Projekt wie die B 474n im Austausch mit den Interessen anderer Abgeordneter auf die Prioritätenliste bekommt. Stadtrundfahrten, Austellungsbesuche im Deutschen Dom, im jüdischen Museum, im Museum für Kommunikation und eine Stippvisite im Willy-Brand-Haus sorgten außerdem noch für Informatives, ein Rundgang durchs historische Nikolai-Viertel und eine Schiffahrt auf der Spree für Geselliges.

Nachdenkliches dann auch noch auf dem Weg zur Rückfahrt vom Bahnhof Zoo. Etwa 1,5 Kilometer weit rollte der Bus entlang der heute "East-Side-Galery" genannten und mit Graffity-Kunst verzierten Rest-Mauer. Kurz vor Ende der Reise gab´s noch mehr Dattelner Gesichter in Berlin. Auch eine Gruppe der hiesigen CDU war zu ihrer traditionellen Sommer-Bildungsfahrt im 1006-Zimmer-Hotel "Forum" am Alexanderplatz abgestiegen. Die Christdemokraten absolvieren in der Hauptstadt noch bis zum Samstag ein Programm aus Politik, Geschichte und Kultur.WAZ-Bild: Heinz-Jürgen Rottmann


Quelle: WAZ Datteln, 5. Juli 2002