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Kein einziges Thema, und es gab viele brennende Probleme im letzten Jahr, beschäftigte die Waltroper so nachhaltig wie die B 474 n. War man zu Jahresbeginn noch voller freudiger Erwartung, so bestimmt heute Frust die Debatte in Waltrop.
Anfang Februar stellte der Landesbetrieb Straßenbau die definitive Trasse für die B 474 n vor, und sie ähnelt bis auf einige leichte Abänderungen der sogenannten "Unglücksvariante".
Erstes Resultat: Es gründete sich die Initiative "Pro Waltrop", heute ein eingetragener Verein. Es ist ein Zusammenschluss jener Initiativen, die gegen den Bau der Straße sind. Der Kontrapunkt, eine Initiative "Pro B 474 n" wurde im August gegründet.
Es gab Bürgerversammlungen und Interventionen in Düsseldorf. Tenor: Die Trasse liegt zu nah an der Wohnbebauung und ist mit vier Spuren "viel zu üppig". Der Widerstand organisierte sich. Zwecklos.
Die SPD beantragte eine Befragung der Bürger zur Straße, was die CDU/FDP-Mehrheit im Rat ablehnte. Im Rat der Stadt schaffte es Waltrop endlich einmal, mit (fast) einer Stimme zu sprechen. Die Trasse wurde in einer Resolution nicht akzeptiert (Grüne und Aufbruch hatten eigene Resolutionsvorschläge).
Mit diesem Votum im Rücken fuhr Bürgermeister Willi Scheffers nach Bochum, um einen Katalog mit acht Punkten vorzulegen, die an der Trasse abgeändert werden sollen. Er kam unverrichteter Dinge zurück. Noch während der Sitzung hatte der Landesbetrieb eine Presseerklärung veröffentlicht mit der Ablehnung der von Waltrop gewünschten Änderungen.
Klein beigeben
Als letzte Rettung sah der Bürgermeister die Intervention auf politischer Ebene mit gleichzeitiger Drohung: Entweder Ihr bewegt Euch bei der B 474 n, oder es gibt keine Zustimmung zu newPark, der Industrialisierung der Rieselfelder. Dass diese Drohung nicht wirkt, erfuhr Scheffers Mitte November. Auch Wirtschafts- und Verkehrsministerium weichen keinen Millimeter von der Trasse ab.
Neueste Entwicklung: CDU-Fraktionsvorsitzender Carlo Becker hatte angedeutet, dass man wohl "klein beigeben" könnte.
-pesch
Quelle: Waltroper Zeitung, 31. Dezember 2001