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"Wir wollen mit Waltrop zusammenarbeiten" 31. Oktober 2000


Dattelns Bürgermeister Wolfgang Werner zum gescheiterten Zweckverband:

Frage: Wie schädlich ist der Streit um den Zweckverband für das Vorhaben BMW-Ansiedlung?

Werner: Ich denke schon, dass die Diskussion am Konzernsitz un München registriert wird. Andererseits weiss BMW aber auch, dass sowohl Datteln als auch Waltrop die Ansiedlung im Industriepark Lippetal begrüßen. Das soll in einer Resolution, die in beiden Stadträten zur Verabschiedung ansteht, noch einmal deutlich gemacht werden.

Frage: Verstehen Sie die Weigerung Waltrops, beim Zweckverband mitzumachen?

Werner: Nein, ich bin darüber auch enttäuscht.

Frage: Sie haben die Bereitschaft Dattelns erklärt, das Automobilwerk notfalls auch auf eigenem Territorium im Rieselfeld unterzubringen ...

Werner: Das ist von der Fläche her möglich. Aber wir wollen weiterhin kooperien. Unserer Ziel ist jetzt eine interkommunale Arbeitsgruppe. Die hat allerdings nicht die Planungshoheit, die ein Zweckverband oder eine Projektentwicklungsgesellschaft hätte. Aus der Waltroper Politik ist bereits Zustimmung zu dieser Form der interkommunalen Zusammenarbeit signalisiert worden.

Frage: Teilen Sie die Befürchtung, dass sich ein Zweckverband - sofern er realisiert worden wäre - über die Interessen der beteiligten Kommunen hätte hinwegsetzen können; zum Beispiel in der Frage der Parzellierung der Gewerbegrundstücke?

Werner: Nein, die Befürchtung teile ich nicht. Datteln sieht den Sinn eines Zweckverbandes auch unabhängig von der Frage der BMW-Ansiedlung. Das Gebiet muss grundsätzlich planerisch überarbeitet werden, so dass das Gelände jederzeit bereitgestellt werden kann, wenn ein Investor anfragt.

Frage: Waltrop ist dagegen, den geplanten "newPark" in den Rieselfeldern zu realisieren - wegen der Vielzahl kleiner Unternehmen in diesem Industrie- und Gewerbepark. Wie sehen Sie das Vorhaben?

Werner: Am 14. November wird dem Dattelner Rat das "newPark"-Konzept vorgestellt. Grundsätzlich gilt für Unternehmen, die sich im Rieselfeld ansiedeln möchten, eine Mindestgröße von 80 Hektar. Wenn Firmen sich zu einem Verbund zusammenschließen und diese Größe erreichen, halte ich auch das für denkbar.

-mw


Quelle: Recklinghäuser Zeitung, Kreisseite, 31. Oktober 2000