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Waltrop ist die einzige Stadt im Emscher-Lippe-Raum, die sich gegen industrielle Arbeitsplätze sträubt. Dies hat die Informationsveranstaltung über New Park gezeigt (die WAZ berichtete).
Nachdem der Leitende Geschäftsführer der IHK, Karl-Friedrich Schulte-Uebbing, die Vorteile eines Industrieparks für Waltrop aufgelistet hatte, wurde im Saal gelacht. Auf der Projektionswand in der Stadthalle hatten die rund 200 Besucher gelesen: Arbeitsplätze in Wachstumsbranchen, Stärkung des Handwerks als Zulieferer der Industrie, Ausbildlungsplätze für Kinder und Enkel, bessere Einkommensstruktur, höhere Umsätze für den Einzelhandel, höhere Einnahmen der Stadt, Freizeit und Erholung im New Park sowie Image-Verbesserung.
In der Diskussion wurde deutlich, dass sich zahlreiche Gerüchte um die New-Park-Idee ranken, so z. B. die Annahme, dass die Löhne 15 Prozent unter Tarifvereinbarungen liegen würden. Das konnten die IHK-Vertreter schnell entkräften. Hatte sich doch die DGB-Region schon ausdrücklich für die New-Park-Idee erwärmt.
Wenn die Flächenwahl im nächsten Jahr auf die Rieselfelder fällt, zeichnet sich ein Alleingang von Datteln ab. "In Waltrop kann man Kommunalwahlen nur gewinnen, wenn man gegen die Ansiedlung in den Rieselfeldern ist", meint ein Besucher des Abends am Rande der Veranstaltung. Nur BMW hätten sie hier so gerade noch akzeptiert. Weniger groß ist der Widerstand gegen eine neue Bundesstraße. Aber nur im gehörigen Abstand von den Wohngebieten.
Wie erfolgreich die Verschiebung der Trasse ist, wird sich am heutigen Donnerstag erweisen, wenn die Bürgermeister Willi Scheffers und Wolfgang Werner aus Düsseldorf zurück sind, wo sie ihre Variante vorstellen. Meinte Regionalplaner Erich Tilkorn: "Einen Kläger wird es bestimmt wieder geben."
kes
Quelle: WAZ Waltrop, 30. November 2000