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Tarifgestaltung und Beschäftigung, das sind die "am heftigsten umstrittene Bereiche von newPark", musste Karl-Friedrich Schulte-Uebbing einräumen. Der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer hatte in Waltrop versucht, Akzeptanz für seine Pläne zu wecken. Mit mäßigem Erfolg, wie wir gestern berichteten.
Die Aussicht, möglicherweise ohne vollen Tariflohn bei wechselnden Firmen arbeiten zu müssen, sorgte bei vielen der 200 Besucher der öffentlichen Informationsveranstaltung in der Stadthalle für Unbehagen.
Dr. Eckhard Göske von der IHK erläuterte, wie sich newPark aufbaut: An der Spitze steht eine Betreibergesellschaft, möglicherweise auf Aktienbasis, mit einem Parkmanager an der Spitze. Die Betreibergesellschaft wird getragen von den 12 Kommunen der Emscher-Lippe-Region, den bis zu 200 Unternehmen im newPark, den Banken und der Landesregierung.
Für die Gemeinde gäbe es eine Reihe von Vorteilen durch den neuen Industriepark, argumentierte Schulte-Uebbing: Arbeitsplätze, Stärkung des Handwerks als Zulieferer, Ausbildungsplätze, eine bessere Einkommensstruktur, höhere Einnahmen für die Stadtkasse und nicht zuletzt ein Imagegewinn.
"Alle Gemeinden sehen zu, dass sie Gewerbe bekommen. Hier wollen alle, dass Waltrop etwas bekommt", formulierte ein Besucher. "Haben sich die 150 Städte, die BMW nicht bekommen haben, für newPark beworben?"
Schulte-Uebbings Antwort: "Anfragen gibt es bereits reichlich, vor allem aus den neuen Bundesländern. Wir geben das Konzept aber nicht raus". Warum die Rieselfelder überhaupt in die engere Auswahl für newPark gekommen sind und nicht umliegende Zechenbrachen, erklärte Schulte-Uebbing so: "Es gibt genug Gewerbeflächen, aber keine Industrieflächen". Und die Rieselfelder erfüllen diese Voraussetzungen.
Warum, das stellte Bezirksplaner Erich Tilkorn klar: Im Juni 1965 wurden die Rieselfelder "für die langfristige Industriepolitik des Landes festgeschrieben". Man könne an die Rieselfelder "nur rangehen, wenn die Landesregierung diese für ein konkretes Projekt freigibt". Für die Stadt Waltrop bleibt dennoch die Planungshoheit erhalten, sicherte Tilkorn zu.
Pit Schneider
Quelle: Waltroper Zeitung, 30. November 2000