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Wenn die Stimmung der rund 200 Menschen in der Stadthalle gestern Abend bei der Information über New Park repräsentativ für die Stadt wäre, dann will Waltrop eine Wohnstadt im Grünen bleiben.
Die Gegner der Vision der Industrie- und Handelskammer, die von der Landesregierung mitgetragen wird, bekamen Applaus. Ziemlich zum Ende der Veranstaltung brachte es der Regionalplaner Erich Tilkorn ganz unverhohlen auf den Punkt: "Wenn Waltrop auf Biegen und Brechen dagegen ist, dann kann es Datteln auf seiner Fläche allein."
In den 80-er Jahren hätten nur 16 Prozent der Erwerbstätigen auswärts gearbeitet, heute seien es 50 Prozent, sagte Tilkorn. Deutlich auch IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing:" Will Waltrop eine Wohnstadt im Grünen bleiben? Das können nur die Bürger sagen."
Nach der Flugblatt-Aktion der SPD war es eine richtige Entscheidung gewesen, die Informationsveranstaltung in die Stadthalle zu verlegen. Neben den beiden Ausschüssen für Stadtentwicklung und Wirtschaft sowie Umwelt und Verkehr waren zahlreiche Parteivertreter und übersehbar viele Landwirte dort, um mehr über New Park zu erfahren.
Schulte-Uebbing und sein Vertreter Dr. Eckhard Göske schilderten ihre Vorstellungen über die Entwicklung eines Industriegebietes unter dem Dach einer Gesellschaft mit Rundum-Betreuung, einer Branchen übergreifenden Tarifgestaltung, Arbeitnehmer-Überlassung im Park, Flächen- und Gebäude-Leasing und Freizeiteinrichtungen.
Eine Entscheidung über Flächen sei im Sommer 2001 möglich, dann könne die konkrete Planung beginnen. Diesen Zeitplan bezweifelte Dieter Steffan von der SPD. Vor allem sei das alles ohne eine B 474 n nicht machbar und wir stehen unter dem Druck, einer Trasse zuzustimmen, die hier keiner will.
Rolf Lütkenhaus von der CDU kann der New-Park-Idee mehr abgewinnen. Auch er sei gegen die Linienführung der Straße. Aber der New Park sei doch nichts anderes als BMW. Das wäre auch ein Verbundsystem geworden.
Planer Tilkorn klärte das Publikum darüber auf, dass die Rieselfeldfläche für langfristige Industrieplanung vorgesehen und vom Land frei gegeben werden müsse.
Wenn sich aber die Planungen so entwickeln würden, wie gerade geschildert, dann sei das das für die Landesregierung in der Tat ein Fall für die Freigabe der Fläche. Im Gebietsentwicklungsplan stehe die Fläche noch mit 1 066 Hektar, wobei die reine Industriefläche bei 400 Hektar liege.
Den Vorschlag von WA-Vertreter Michael Baumeister, alte Flächen zu verwenden, wollte Schulte-Uebbing nicht gelten lassen: "Das sind Gewerbeflächen, wir haben keine Industrieflächen." Die IHK habe im Übrigen reichlich Anfragen aus den neuen Bundesländern, gebe aber zur Zeit das mit einem Wettbewerb weiter entwickelte Konzept nicht heraus.
kes
Quelle: WAZ Waltrop, 29. November 2000