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"Wir sind enttäuscht, dass es zu dieser Entscheidung gekommen ist", sagt Dattelns Bürgermeister Wolfgang Werner zu der Ablehnung des Zweckverbandes für die planerische Entwicklung der Rieselfelder. Mit knapper Mehrheit kippten die Waltroper Ratsmitglieder damit ihren alten Ratsbeschluss.
"Wir müssen mit diesen Strukturen leben", sagte Erster Beigeordneter Jürgen Jentzsch dazu. Und Werner betonte, dass man natürlich weiter mit Waltrop zusammenarbeiten werde. "Daran sind wir sehr interessiert." Mit der Verwaltung der Nachbarstadt arbeite man gut zusammen.
Im Dattelner Rathaus denkt man jetzt weiter. So gibt es Überlegungen, das BMW-Werk, wenn es denn kommt, allein auf Dattelner Gebiet anzusiedeln. Man verfüge über eine 250 Hektar große Fläche. Jentzsch: "Wir wollen auch ein Signal nach München schicken, dass wir es notfalls auch alleine machen können, dass ein Standort vorhanden ist." Der Dattelner Stadtrat stehe voll hinter einer Ansiedlung des Autoriesen. Und das wolle man klar machen. BMW kann also kommen, Datteln steht jedenfalls in den Startlöchern.
Bei der Trassenführung für die geplante B 474n ist zur Zeit die modifizierte Null-Variante im Gespräch. Sie entspricht in etwa der alten Trassenplanung, soll aber umweltverträglicher und bürgerfreundlicher angelegt werden. Über die verschiedenen Varianten werden aber noch Gespräche geführt.
Dattelns Sozialdemokraten und der SPD-Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Rusche sprechen sich deutlich für die Ansiedlung eines BMW-Werkes und für den NewPark in den Rieselfeldern aus. Beide Projekte würden Arbeitsplätze in der Region schaffen. SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Peter Müller betonte, dass man hier auf einer Wellenlänge mit Bürgermeister Wolfgang Werner liege.
Rusche teilt mit, dass NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement Kontakt mit BMW-Vorstandschef aufgenommen habe, um das Werk nach Nordrhein-Westfalen zu holen. Und hier hätten dann die Rieselfelder, die als 1a-Standort gelten, höchste Priorität. Das Land will sämtliche Fördermöglichkeiten nutzen. Dies schließe auch Qualifizierungsmaßnahmen für Bergleute ein.
Fortschritte gebe es auch bei der Realisierung der B 474n, sagt Rusche. Das Straßennbauvorhaben ist als dringliche Baumaßnahme im Zukunftsinvestitionsprogramm des Bundes eingestuft worden. Rusche: "Für den Streckenabschnitt zwischen der A 45 bei Waltrop und der A 43 bei Dülmen werden 117 Millionen DM für den Zeitraum 2001 bis 2003 bereit gestellt." Bei der Trassenführung müssten noch Gespräche geführt werden mit dem Ziel, eine optimale Lösung im Interesse der Bürgerinnen und Bürger zu finden.
linde
Quelle: WAZ Datteln, 28. Oktober 2000