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Einzig die Grünen sind froh über Waltroper Votum 28. Oktober 2000


Auch der zweite Anlauf klappte im Waltroper Stadtrat nicht. Der Rat der Nachbarstadt hatte sich mit knapper Mehrheit gegen einen Zweckverband mit Datteln zur industriellen Erschließung der Rieselfelder ausgesprochen.

Der von der Stadt Datteln angestrebte und mit allen Planungshoheiten ausgestattete Zweckverband ist mit Waltrop nicht zu realisieren. Die Ratsfraktionen der Nachbarstadt machten in der Sitzung am Donnerstag nochmals deutlich, dass sie nicht gegen die Ansiedlung von BMW in den Rieselfeldern seien. Wohl aber gegen eine kleinparzellige, gewerbliche Nutzung mit 150 bis 200 Betrieben, wie dies das "newPark"-Konzept vorsehe.

Walter Deckmann, Fraktionschef der CDU, zeigte sich entsetzt über das Waltroper Votum: "Ein echter Hammer. Dies kann die ganze Sache mit BMW kippen." Es sei schlimm, wenn die Chance auf 5000 Arbeitsplätze vertan werde, nur weil sich "die Damen und Herren Genossen in Waltrop nicht grün" seien.

"Die Waltroper Ablehnung ist nicht gerade förderlich. Ein Zweckverband ist notwendig, auch vor einer möglichen BMW-Ansiedlung", ist der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Müller wenig erfreut. Es müsse ein klares Signal an BMW gehen, dass alles bereit sei. Peter Kackmann, Ratsmitglied der Wählergemeinschaft Die Grünen, äußerte sich zufrieden über die Waltroper Entscheidung: "Wir sind gegen einen Zweckverband und die Zerstückelung der Rieselfelder wie beim "newPark"-Konzept. Von daher sind wir froh über die Ablehnung. Offensichtlich verfügen einige Politiker in Waltrop über mehr Realismus."

Entsetzen dagegen bei Peter Mielke (F.D.P.): "Wir unterstützen ausdrücklich die Bemühungen um die BMW-Ansiedlung." Gleiches gelte für den "newPark". Hierzu wird die F.D.P. eine Resolution in den Rat einbringen. Heinz Horstmann (DSP) bezeichnete den Entschluss als bedauerlich: "Auf der politischen Schiene ist jetzt ein Zacken aus dem Rad gebrochen."

Erwin Kitscha


Quelle: Dattelner Morgenpost, 28. Oktober 2000