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Datteln plant jetzt den Alleingang 28. Oktober 2000


Im Dattelner Rathaus gibt es Überlegungen, die Voraussetzung für die Ansiedlung eines BMW-Werkes gegebenenfalls ausschließlich auf deren Gebiet zu schaffen. Dies erläuterten gestern Bürgermeister Wolfgang Werner und der Erste Beigeordnete Hans-Jürgen Jentzsch. Derweil leckt Waltrops CDU ihre Wunden.

CDU-Fraktionsvorsitzender Carlo Becker war gestern "unheimlich enttäuscht und betroffen über das sicherlich für uns alle unerwartete, unredliche, unloyale und man muss schon fast sagen heimtückische Ausscheren eines Mitglieds unserer Fraktion. Selbstverständlich distanziert sich die CDU-Fraktion von einem solchen Mitglied".

Norbert Frey (SPD) denkt nicht daran, Siegesgeheul anzustimmen. Er meint: "Dass es so gekommen ist, ist bedauerlich. Man hätte für Waltrop eine gemeinsame Entscheidung treffen und einen Konsens finden müssen. Mit dem Kopf durch die Wand kann man nicht viel erreichen".

Jürgen Siebert (SPD-Fraktionsvorsitzender): "Die Veranstaltung hat wieder einmal gezeigt, dass es sicherlich richtig ist, in Dingen, die die ganze Stadt und die Bevölkerung betreffen, sich vorher besser oder überhaupt abstimmt. Wir waren schon viel, viel weiter als heute und sind jetzt um Längen zurückgeworfen worden".

Dr. Jens Jordan (FDP) verließ nach Bekanntwerden des Abstimmungsergebnisses wutentbrannt die Sitzung. Gestern erklärte er: "Wir werden am Montag eine außerordentliche Fraktionssitzung anberaumen. Da müssen wir uns erst einmal beraten. Das ist eine Situation, die ich noch nicht erlebt habe. Das ganze ist eine essentielle Frage, da kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen".

"Ich bin überrascht - wenn nicht gar enttäuscht - über die Waltroper Entscheidung", bekundete der Dattelner Bürgermeister Werner. "Dass es jetzt keinen Zweckverband mit Waltrop gibt, nützt weder BMW noch anderen Projekten." Gleichwohl betonte er, dass der Stadt Datteln weiter an einer Zusammenarbeit mit Waltrop gelegen sei.

Es ginge aber auch ohne: 200 Hektar Fläche haben die Autobauer aus München für ihr neues Werk veranschlagt, mit einer Erweiterungsoption auf 250 Hektar. Die Vorstellungen der BMW-Manager über den Platzbedarf wären deckungsgleich mit den Gegebenheiten in Datteln: Genau 250 Hektar Fläche kann die Kanalstadt auf ihrem Gebiet anbieten. Ein Alleingang wäre prinzipiell möglich, aber keine Zufahrt.

Jentzsch sprach von einem eindeutigen, klaren Signal, das von Datteln aus nach München gehe: "BMW kann hier in der Region Fuß fassen. Der Rat der Stadt Datteln steht hinter seinen Beschlüssen." Alle Planungen in Sachen BMW werden weiter mit Waltrop und der Emscher-Lippe-Agentur (ELA) in zwei Arbeitsgruppen für Bauleit- und Erschließungsplanung abgestimmt.

Werner und Jentzsch ließen keinen Zweifel daran, dass die Rieselfelder auf jeden Fall gewerblich entwickelt werden sollen. Zusätzlich zu BMW steht noch das "newPark"-Konzept im Raum. Die IHK will dies am 14. November in öffentlicher Ratssitzung in Datteln erläutern.

-pesch/eki


Quelle: Waltroper Zeitung, 28. Oktober 2000