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Im Dattelner Rathaus gibt es Überlegungen, die Voraussetzung für die Ansiedlung eines BMW-Werkes gegebenenfalls ausschließlich auf Dattelner Gebiet zu schaffen. Dies erläuterten gestern Bürgermeister Wolfgang Werner und der Erste Beigeordnete Hans-Jürgen Jentzsch. Wie berichtet, hatte sich der Waltroper Stadtrat am Donnerstag gegen einen Zweckverband mit Datteln ausgesprochen.
"Ich bin überrascht - wenn nicht gar enttäuscht - über die Waltroper Entscheidung", bekundete Werner. "Dass es jetzt keinen Zweckverband mit Waltrop gibt, nützt weder BMW noch anderen Projekten." Gleichwohl betonte der Bürgermeister, dass der Stadt Datteln weiter an einer Zusammenarbeit mit Waltrop gelegen sei. Es ginge aber auch ohne die Nachbarstadt: 200 Hektar Fläche haben die Autobauer aus München für ihr neues Werk veranschlagt. Mit einer Erweiterungsoption auf 250 Hektar.
Die Vorstellungen der BMW-Manager über den Platzbedarf wären deckungsgleich mit den Gegebenheiten in Datteln: Genau 250 Hektar Fläche kann die Kanalstadt auf ihrem Gebiet offerieren. Ein Dattelner Alleingang wäre prinzipiell möglich.
Jentzsch sprach von einem eindeutigen, klaren Signal, das von Datteln aus nach München gehe: "BMW kann hier in der Region Fuß fassen. Der Rat der Stadt Datteln steht hinter seinen Beschlüssen."
Alle Planungen in Sachen BMW werden weiter mit Waltrop und der Emscher-Lippe-Agentur (ELA) in zwei Arbeitsgruppen für Bauleit- und Erschließungsplanung abgestimmt. Werner und Jentzsch ließen keinen Zweifel daran, dass die Rieselfelder auf jeden Fall gewerblich entwickelt werden sollen. Zusätzlich zu BMW steht noch das "newPark"-Konzept mit rund 150 bis 200 Kleinbetrieben im Raum.
Vertreter der Industrie- und Handelskammer werden das Konzept am 14. November in der öffentlichen Ratssitzung erläutern.
Die mit der Planung des Industrieparks Lippetal in den Rieselfeldern eng verknüpfte Straße B 474n kommt nun auch wieder deren sogenannte "Nullvariante" ins Spiel. Allerdings nicht in dem vom Verwaltungsgericht gekippten Verlauf. Nach Auskunft von Jentzsch werde mit dem Westfälischen Straßenbauamt Bochum über eine modifizierte Streckenführung mit weniger Eingriffen in die Natur diskutiert.
Erwin Kitscha
Quelle: Dattelner Morgenpost, 28. Oktober 2000