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B474N.DE > Presse > Jahr 2000 >
Städte bringen eigene Trasse ein 27. Oktober 2000


Bürgermeister Willi Scheffers hat gemeinsam mit der Stadt Datteln eine eigene Trasse für die B 474n ausarbeiten lassen. Über diese neue Trasse will Scheffers nun mit dem NRW-Verkehrsministerium verhandeln.

"Ich bin sicher, dass unsere Alternativ-Variante Aussicht auf Erfolg hat", sagte der Bürgermeister im Rat. Er werde zusammen mit Dattelns Bürgermeister Wolfgang Werner in der kommenden Woche im Verkehrsministerium einen Termin vereinbaren, um den gemeinsamen Vorschlag der beiden Städte vorzustellen. "Ich habe und ich werde die Belange der Stadt vertreten, um die Trasse zu verhindern, die wir hier alle nicht wollen", versprach Scheffers den zahlreichen Bürgern, die aus Protest gegen den vom Ministerium favorisierten Verlauf der Bundesstraße ins Rathaus gekommen waren.

Kurz vor der Sitzung des Rates hatten Landwirte mit ihren Traktoren zeitweise die Zufahrt zum Rathaus blockiert. "Die B 474n geht mitten über meinen Hof", sagte Wilhelm Lücker. Ackerbau und Schweinezucht betreibt Lücker auf etwa 20 Hektar an der Ronnenheide. "Mein ganzer Hof wäre weg", klagt der Bauer. Die Landwirte lehnten nicht die Bundesstraße ab, aber den jetzt geplanten Verlauf, stellen sie klar. "Wir werden hier einfach überplant, ohne dass jemand auch nur ein Wort an uns verliert", sagte Bernhard Krumnacker.

Den vom Verkehrsministerium favorisierten Verlauf der B 474n nah an der Klöcknersiedlung und dem Hangel vorbei lehnen sowohl CDU als auch SPD, Waltroper Aufbruch und Grüne Liste ab. Das bekräftigten bis auf die FDP alle Ratsfraktionen. Mit dem von der SPD geforderten Ratsbeschluss gegen die Trasse ein gemeinsames Zeichen zu setzen, lehnten der Bürgermeister sowie CDU und FDP jedoch ab. Sie vertrauen darauf, dass die Verhandlungen der beiden Bürgermeister Erfolg haben.

Basis für die von Scheffers und Werner ins Gespräch gebrachte Trasse ist die Variante Null. Danach würde die Bundesstraße in einem weiten Bogen weiter westlich an der Stadt vorbei führen. Die von beiden Rathäusern überarbeitete Linie trage der neuen Umweltverträglichkeitsprüfung Rechnung, sagte der Bürgermeister, er werde diese Trasse den Fraktionschefs noch vor dem Termin in Düsseldorf vorlegen.

nj


Quelle: WAZ Waltrop, 27. Oktober 2000