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Opposition geht auf die Barrikaden gegen B 474n 26. Oktober 2000


Die Parteien machen gegen die B 474n mobil. Die SPD geht auf die Straße und protestiert mit Flugblättern. Die Grünen fordern eine Bürgerversammlung und der Waltroper Aufbruch will noch heute eine Bürgerfragestunde im Rat durchsetzen.

"Wir stemmen uns dagegen, dass uns die Realität überrollt", sagte SPD-Vorsitzender Gregor Spychala vor dem SPD-Stand in der Fußgängerzone, wo Mitglieder aus Partei- und Fraktionsspitze Flugblätter mit dem Straßenverlauf an die Passanten verteilten.

Von Straßenkampf spricht der Gewerkschafter. "Wir müssen Druck machen gegen diese Straße. Entscheidend muss sein, was die Bürger hier wollen, schließlich sind sie die Betroffenen," sagte Spychala. Erbost ist der SPD-Chef darüber, wie weit die Pläne schon sind. Wie berichtet, hatte SPD-Fraktionschef Jürgen Siebert nicht etwa aus dem Rathaus, sondern auf einem SPD-Treffen Klarheit über die favorisierte Trasse der Bundesstraße erhalten. Die Frage ist, was läuft hier hinter dem Rücken der Ratsvertreter ab, fragte SPD-Chef Spychala.

Der Waltroper Aufbruch (WA) schlägt in die selbe Kerbe. "Bewusst unter der Decke gehaltene Planungen nehmen bedrohliche Auswirkungen an", sagte Vorsitzender Helmut Wiertalla, "wo sind hier die Interessen der Waltroper berücksichtigt? Wann wurden Waltroper Bürger nach ihrer Meinung gefragt? In der Ratssitzung heute nachmittag um 17 Uhr wird die Wählergemeinschaft eine Bürgerfragestunde beantragen. Alle haben dort dann Fragerecht und können sich ein Bild über die Vertretung ihrer Interessen machen", sagte Wiertalla.

Die B 474n werde auf einem Damm weit höher als der Kanaldamm heute als Autobahn an die Viktorstraße angebunden. Der Verkehr würde direkt über die geplante Südumgehung weiter geführt. "Es kommt an dieser Stelle eine zusätzliche Blechlawine von 10 000 Autos auf die Stadt zu", kritisiert der WA-Chef. Die Stadt würde durch die Straßendämme regelrecht eingekesselt.

Die Stadtverwaltung müsse bis spätestens November eine Bürgerversammlung zu den Themen Südumgehung, B 474n und Industriepark Lippetal einberufen, fordert daher die Grüne Liste. "Der Bürgermeister ist in der Bringschuld", sagte Ratsherr Dr. Lars Holtkamp. Die Stadtverwaltung sei verpflichtet, die Einwohner möglichst frühzeitig von wichtigen Planungen und Vorhaben der Gemeinde zu informieren. Dr. Holtkamp: "Die Leute möchten wissen, was das Oberhaupt der Stadt zu den Planungen denkt und nicht nur das hören, was die Landesregierung versucht, ihm in die Feder zu diktieren."

kes


Quelle: WAZ Waltrop, 26. Oktober 2000