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Regierunspräsident Dr. Jörg Twenhöven (Münster) schickt am Dienstag seinen Bezirksplaner Erich Tilkorn nach Waltrop in eine Sondersitzung des Rates, um die letzten Gegner des "newPark"-Projektes von der Notwendigkeit dieses Vorhabens für die Stadt und die ganze Region zu überzeugen.
Alle Städte des Emscher-Lippe-Gebietes wollen den von der Industrie- und Handelskammer (IHK) konzipierten Industrie- und Gewerbepark, der durch innovative Steuer-, Finanzierungs- und Beschäftigungsmodelle sein außergewöhnliches Format erhält, in den Rieselfeldern bei Datteln/Waltrop verwirklicht sehen. Nur in der Standortgemeinde Waltrop gibt es keinen politischen Konsens.
Das wurde gestern auch in der aus Vertretern von Wirtschaft, Gewerkschaften und Kommunen zusammengesetzten Regionalkonferenz Emscher-Lippe deutlich, die in den Räumen der IHK Gelsenkirchen tagte. Bei der Entscheidung für den "newPark" enthielt sich Waltrops Bürgermeister Willi Scheffers (CDU) der Stimme. Er hat seinen Stadtrat nicht hinte sich. Erst in dieser Woche hatte sich die Waltroper SPD gegen den "newPark" ausgesprochen. Die Sozialdemokraten befürchten eine Zerstückelung der Rieselfelder.
Dem widersprach der Regierungspräsident. Der 300 Hektar große "newPark" werbe um Investoren von internationalem Format, sagte Dr. Twenhöven im Gespräch mit unserer Zeitung. Hier gehe es nicht um die Ansiedlung kleiner mittelständischer Betriebe. Der RP übte im Zusammenhang mit dem "Waltroper Problem" aber auch Selbstkritik. "Wir haben zu lange abstrakt über den 'newPark' geredet, ohne konkret den Standort Rieselfelder zu benennen." Die Kommunikation mit den Standortgemeinden Waltrop und Datteln hätten früher beginnen müssen.
Was in Datteln bereits erfolgreich angelaufen ist, soll am Dienstag in Waltrop nachgeholt werden. IHK-Chef Karl-F. Schulte-Uebbing und Bezirksplaner Erich Tilkorn werden in der Sondersitzung des Rates Überzeugungsarbeit leisten. Was passiert, wenn der "newPark" am mangelnden regionalen Konsens scheitert, machte NRW-Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold (SPD) als Gast der Regionalkonferenz deutlich. Das Land sei von dem Konzept überzeugt und verfolge mit dem Projekt auch eigene Interessen, so der Minister. Wenn der "newPark" nicht im Emscher-Lippe-Raum realisiert werde, dann in einer anderen Region Nordrhein-Westfalens.
Michael Wallkötter
Quelle: Recklinghäuser Zeitung, Kreisseite, 25. November 2000