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Rat gegen die Trasse 25. Oktober 2000


Ein Ratsbeschluss soll die Realisierung der umstrittenen Trasse der B 474 n verhindern. Sowohl SPD als auch CDU, beide grundsätzlich pro B474n eingestellt, sprachen sich gestern gegen die kritisierte Variante aus. Die Genossen gehen sogar noch weiter und wollen sowohl einen Zweckverband ohne BMW als auch "newPark" im Rieselfeld verhindern. Derweil feiert die Boulevardpresse Berlin als Standort des neuen BMW-Werkes.

"Eine Erklärung des Bürgermeisters im Rat" sei unbedingt vonnöten, so erläuterte CDU-Fraktionsvorsitzender Carlo Becker gestern. Seine Fraktion "geht davon aus, dass ab sofort alle politischen Hebel in Bewegung gesetzt werden müssen, um schnellstmöglich eine planerische Kehrtwende zur aktuell vorrangigen und in der Planung befindlichen Trasse hin zu einer bedeutend günstigeren, vor allen Dingen sozialverträglicheren Variante herbeizuführen", so Becker.

Für die SPD liegt die umstrittene Trasse "zu nahe an den Wohngebieten Klöckner-Siedlung und Im Hangel und entspricht damit nicht den Interessen der Menschen in Waltrop. Darüber hinaus ist sie existenzvernichtend für viele landwirtschaftliche Betriebe. Die neue Trassenführung soll direkt vor den bereits gebauten Kanalbrücken auf die Münsterstraße einmünden - das ist für uns nicht nachvollziehbar", heißt es in der Erklärung der SPD-Ratsfraktion. Weiter: "Nach unserem Informationsstand ist die Planung bereits so weit fortgeschritten, dass die B474n nur so gebaut werden soll. Deshalb fordern wir sofortige Aufklärung und eine Beteiligung bei der Planung. Die SPD-Fraktion ist nach wie vor für eine B 474 n mit einer Trassenführung, die den Interessen von Mensch und Natur gleichermaßen Rechnung trägt".

Kritik übten die Genossen an Bürgermeister Willi Scheffers, der Montagmorgen nicht bei einem Termin zum Thema Rieselfelder und "newPark" in Gelsenkirchen dabei war. "Seit Gründung dieser Stadt hat es keine so weitreichende Entscheidung gegeben - und dann fehlt der Bürgermeister". Scheffers war für zwei Tage in Berlin, angeblich auf Einladung eines Versorgungsunternehmens. Dort konnte er in einer großen Boulevardzeitung mit vier Buchstaben lesen, dass die Berliner Rieselfelder als Standort für das neue BMW-Werk favorisiert werden ("Geheimplan im Senat"). Eine Delegation aus Bayern habe die 200 Hektar große Fläche in Pankow bereits in Augenschein genommen und "war beeindruckt", wird ein Staatssekretär Volker Liepelt (CDU) zitiert.

Ohne Scheffers gab es in Gelsenkirchen einen Termin mit dem Regierungspräsidenten über "newPark", bei dem dieser angeblich die Notwendigkeit eines Zweckverbands im Rieselfeld angezweifelt habe.

Pit Schneider


Quelle: Waltroper Zeitung, 25. Oktober 2000