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B474N.DE > Presse > Jahr 2000 >
"Vorgaben für das Büro waren begrenzt" 20. Juni 2000


Olfen -  In die vom Bürgermeister durch die Abstimmung im HFB zur B 474n neu entfachte Diskussion nimmt die Bürgerinitiative (BI) gegen die B 474n wie folgt Stellung:

  1. Wie auch Bauamtsleiter Sendermann in einem Telefonat mit der BI bestätigte, handelt es sich nicht um ein Verkehrsgutachten. Das knapp  sechsseitige Schreiben  ist eher als Thesenpapier oder Stellungnahme zu bezeichnen.

  2. Dem vorliegenden Papier liegen keinerlei aktuelle Verkehrszählungen zu Grunde. Es handelt sich lediglich um Abschätzungen, die im Wesentlichen auf dem Zahlenmaterial berufen, das das Straßenbauamt Mitte der neunziger Jahre erhoben hat.

  3. Das im HFB mit nur einer Gegenstimme angenommene Papier bezieht in keinem einzigen Punkt weitere schützenswerte Güter ein, wie es zum Beispiel sogar von den Untersuchungen den Straßenneubauamtes vorgeschrieben sind. So wird weder die enorme Lärmemission für das gesamtge Neubaugebiet Eckernkamp mit in die Untersuchung einbezogen, noch werden Auswirkungen für die Olfener Landwirte betrachtet.

  4. Die Vorgaben der Verwaltung für die Erstellung dieses Papiers waren nach telefonischer Auskunft des beauftragten Büros sehr eng begrenzt und bezogen sich lediglich auf drei Planfälle (die B 474n wird ganz, gar nicht oder in zwei Teilabschnitten gebaut). Weitere Planfälle, wie etwa den Ausbau der bestehenden B 474 mit einer Führung über die B 235, wurden nicht untersucht.

  5. Die Vorgaben der Verwaltung gehen zwar nicht formal, aber auf Grund der neueren Entwicklung von falschen aktuellen Voraussetzungen aus. Richtig ist zwar (noch), dass die B 474n zurzeit noch im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplan komplett überarbeitet wird und jede Straßenbaumaßnahme sinnvollerweise auf ihre Wirtschaftlichkeit hin überprüft wird. Allein aus Finanzgründen besteht in den nächsten Jahrzehnten keine Aussicht auf Verwirklichung der B 474n. Es ist jetzt also Geld für eine Verkehrsstellungnahme ausgegeben worden, die nach der Aktualisierung des Bundesplanes voraussichtlich hinfällig wird.

  6. Die Verwaltung und CDU haben sich nur die Empfehlung nach erneuter Forderung der B 474n zu eigen gemacht. Andere, durchaus diskutierenswerte Vorschläge wurden einfach beiseite geschoben.

  7. Die BI hat das Aachener Papier mit einem kritischen Begleitschreiben sowohl an die Verwaltungen der Nachbarstädte, als auch an den Landes- und Bundesverkehrsminister weitergeleitet.


Quelle: Ruhr-Nachrichten Olfen, 20. Juni 2000