Startseite  |   Kontakt  |   Suchen  |   Links  |   Wir über uns   Aktuelles  |   Überblick  |   Datteln/Waltrop  |   Olfen  |   Archiv   


B474N.DE > Presse > Jahr 2000 >
Manager kümmert sich um die letzte Glühbirne 16. November 2000


Dienstag Abend gab es im Dattelner Rat viel Lob und letztlich ein Ja für das New Park-Konzept, gestern Abend dann die Lorbeeren für die Erfinder: Im Gelsenkirchener Musiktheater wurden Arcadis Trischler & Partner aus Darmstadt für ihre Version vom Industriegebiet der Zukunft ausgezeichnet.

Die unter dem Stichwort New Park zusammengefassten mutigen Ideen und innovativen Konzepte für eine rasante Aufholjagd im Kampf um die Gunst potenter Unternehmen (IHK Eigenwerbung) gingen aus einem Ideenwettbewerb hervor. Auslöser war die nüchterne Erkenntnis, dass in den vergangenen 20 Jahren rund 30 000 Arbeitsplätze in der Region verloren gingen und durch den Niedergang des Bergbaus weitere Stellen auf der Kippe stehen.

New Parks Innovationen, auf die Zukunft gerichtete Neuerungen, beginnen bereits beim Parkmanagement. Betreiber soll eine Aktiengesellschaft sein. Aktionäre können in der Startphase die Grundstückseigentümer, Kommunen, das Land NRW und ansiedlungswillige Unternehmen sein. Karl-Friedrich Schulte-Uebbing, Geschäftsführer der IHK (Vestische Gruppe), erläuterte bereits im Rat am Beispiel bisheriger Flächenentwicklung, wie es beim New Park nicht laufen soll: "Bis dato werden die Flächen über Bebauungsplan und Erschließung parzelliert. Damit aber sind sie nicht auf den Benutzer zugeschnitten", sagte Schulte Uebbing.

Die Unternehmen im New Park müssen diese Flächen nicht kaufen, sie können sie mieten. Die Flächen dürfen nur minimalen Nutzungsbeschränkungen unterliegen und sind durch großzügige Rahmenbedingungen gekennzeichnet, skizziert die IHK.

Die Steuerung erfolgt durch das Parkmanagement, an dessen Spitze der Manager mit weitestgehenden Befugnissen steht. Schauen Sie auf das CentrO oder den Ruhrpark. Da ist das gemeinsame Management zuständig für alles bis zur letzten Glühbirne. "Warum soll das in einem Industriepark nicht funktionieren?", so Schulte-Uebbing.

Bei Steuern und Finanzen und Beschäftigung und Tarife ist das New Park-Konzept gleich nach der Veröffentlichung vielfach gründlich missverstanden worden. "Natürlich wollen wir keine bestehenden Tarifverträge aushebeln", so der IHK-Geschäftsführer, für den aber branchenübergreifende Tarifgemeinschaften denkbar sind. Arbeitsverträge und Zeitarbeit sollen flexibel gehandhabt werden. Das Parkmanagement kann auf Wunsch der ansässigen Unternehmen die Personalüberlassung übernehmen und so auch regelmäßige oder unregelmäßige Spitzen abdecken. "Warum", so der IHK-Vertreter, "soll ein Arbeitnehmer nicht auch zwei Halbtagsbeschäftigungen nachgehen können?"

Flexibilität ist auch das Zauberwort bei den Unternehmenssteuern, die, so Schulte-Uebbings Stellvertreter Dr. Eckhard Göske, in der jeweiligen Form für alle Unternehmen auf dem Gebiet der betreffenden Kommune gelten müssen. Denkbar wäre zum Beispiel ein Abschlag für jeden Ausbildungsplatz. Fondsmodelle, Leasing- und Pachtverträge für Grundstücke und Gebäude sorgen dafür, dass für die Unternehmen die Grunderwerbssteuer entfällt. New Park soll sich dabei auch finanziell durch eigene Mittel entwickeln: Die Eigentümer bringen ihre Flächen als Sacheinlage ein und tragen über den Planungswertzuwachs zu Finanzierung von New Park bei.

Die angepeilte Zeitschiene ist laut Schulte-Uebbing eine mutige: Über die gegenwärtige Konsensbildung in der Region, über Gründung, Antragstellung, Machbarkeitsstudie und Planung könnte die Phase der Realisierung bereits Mitte 2001 beginnen.

wry


Quelle: WAZ Datteln, 16. November 2000