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Die Hoffnung auf tausende Arbeitsplätze in einem Autowerk in den Rieselfeldern ist nach der BMW-Absage erst einmal begraben. Dass Datteln dennoch weiter Gas geben will, um Industrie ins Lippetal zu holen, ist nur zu unterstützen. Diese Region und ihre Menschen haben keine Zeit, lange den von der Politik verpassten Chancen hinterher zu trauern.
Das zweite Projekt namens "newPark" steht schon vor der Tür und bietet - genauso wie BMW - interessante Perspektiven für den Arbeitsmarkt. Das sieht zum Glück auch die Mehrheit des Dattelner Rates so, der sich gestern von der IHK das "newPark"-Konzept erläutern ließ. Es wäre wünschenswert, wenn sich ein solches innovatives Projekt realisieren lassen könnte - und zwar gemeinsam mit Waltrop. Denn BMW hat gezeigt, wie gering die Chancen sind, wenn wenn man in den Rieselfeldern weiter auf "Klassiker" wie ein Autowerk wartet. Allerdings täte Datteln gut daran, sich auch mit der Möglichkeit zu befassen, das Projekt ohne Waltrop anzugehen. Denn nach dem politischen Eiertanz in Waltrop um die Zweckverbandsgründung und die Trasse für die B 474n drängt sich der Eindruck auf, dass einige Waltroper Kommunalpolitiker zwar mit Datteln an einem Strang ziehen, allerdings nicht in die gleiche Richtung. Waltrop hat für die Stadt Datteln leider den Status eines verlässlichen Partners eingebüßt.
Und auch in Sachen "newPark" gibt es bereits Widerstandssignale, zum Beispiel von Waltrops SPD. Rat und Verwaltung der Kanalstadt sollten sich aber deswegen nicht beirren lassen. Datteln besitzt zwei Drittel der Rieselfeld-Fläche - und die reichen für einen "newPark" allemal aus. Deshalb lautet ein Fazit nach der Ratssitzung: Bei allen Bestrebungen, Arbeitsplätze in den Rieselfeldern zu schaffen, muss unter Umständen die Kooperation mit Waltrop geopfert werden. Sie wäre zwar grundsätzlich wünschenswert. Aber deswegen muss man nicht zusammen untergehen, nur weil der vermeintliche Partner wegen kommunalpolitischer Grabenkämpfe den Blick für die wirtschaftlichen Chancen, die die Rieselfelder bergen, verloren hat.
Uwe Wallkötter
Quelle: Dattelner Morgenpost, 15. November 2000