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B474N.DE > Presse > Jahr 2000 >
Rieselfelder fielen aus der ersten Runde 10. November 2000


Die Emscher-Lippe-Agentur und damit die Rieselfelder in Datteln /Waltrop waren eine der ersten Bewerberinnen, die von BMW eine Absage erhielten.

Beim Rennen um den Standort für eine BMW-Produktionsstätte, wo ab 2004 mit rund 3 000 Beschäftigten Autos gebaut werden sollen, blieben die 250 Hektar großen Rieselfelder mit als Erste auf der Strecke.

Das teilte BMW-Wirtschaftspressesprecher Hubert Bergmann gestern auf Anfrage der WAZ mit. Die meisten der 150 Interessenten für das BMW-Werk drehen aber weiterhin ihre Warteschleife. "Wir haben die ersten Angebote möglichst früh abgesagt, um an diesen Standorten andere Projekte nicht zu blockieren", sagte Bergmann. Der BMW-Sprecher dementierte gleichzeitig Presseberichte, wonach BMW allen Bewerbern in NRW die schwarze Flagge gezeigt habe. Europa weit sei noch kein Land disqualifizert worden. Einen konkreten Grund für die Absage will BMW nicht nennen.

Die Rieselfelder seien nicht ideal gewesen, heißt es lediglich in München. Weitere Verlierer wollte BMW ebenfalls nicht nennen, da hier Vertrauensschutz bestehe.

Wie berichtet, zeigte sich auch NRW-Arbeitsminister Harald Schartau bei seinem Besuch der SPD im Waltroper Käthe-Engelhaupt-Zentrum enttäuscht von der Absage, gab aber klar zu verstehen: "Ich werde mit Ministerpräsident Wolfgang Clement dafür sorgen, dass niemand im Land die Chance bekommt, die Emscher-Lippe-Region abzuhängen."

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Carlo Becker kritisiert die unselige Zweckverbandsdiskussion, die der Sache nicht förderlich gewesen, aber letztendlich nicht ausschlaggebend gewesen sei. Die BMW-Aktion habe aber einen guten Werbeeffekt gehabt. Für den SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Siebert bleibt die B 474 n als wichtige Umgehungsfunktion und zur Industrialisierung der Rieselfelder weiterhin unumgänglich. "Wir müssen jetzt Tatsachen schaffen, damit so etwas nicht noch einmal passiert", erklärt Siebert, der die Verantwortung für die verwirrende Diskussion der CDU in die Schuhe schiebt.

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Quelle: WAZ Waltrop, 10. November 2000