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Für Karl-Friedrich Schulte-Uebbing sind kursierende Überlegungen wie die, dass den Bayern die Querelen in Waltrop nicht verborgen geblieben sind, reine Spekulationen. "Definitive Äußerungen in dieser Richtung haben wir nicht", sagte das ELA-Aufsichtsratsmitglied.
BMW habe bei der Abwägung von "Minimierung der Risiken" gesprochen und auch da könne man nur spekulieren, welche Risiken gemeint sind. Schulte-Uebbing: "Wir haben als Manko weder die Straße (B 474n) noch eine sofort verfügbare Fläche, das braucht eine Zeitschiene."
Der Vorsitzende der CDU-Mehrheitsfraktion, Walter Deckmann, gibt der SPD in der Nachbarstadt Schuld an der Misere: "Das haben eindeutig die Genossen in Waltrop zu tragen, die einen Kleinkrieg auf dem Rücken der Bürger und zu Lasten der Arbeitsplätze austragen", sagte Deckmann im WAZ-Gespräch. Der Fraktionschef weiter: "Die Dattelner Politik war sich einig, die Waltroper nicht - das ist Fakt." Für ihn ist klar, dass es eine politische Absage war, asuch wenn BMW dies so nie bestätigen würde: "Die in München lesen doch auch jeden Tag die hiesige Presse und werden sich wohl gedacht haben, was sollen wir denn da?" Zwischen den Zeilen sei dies in der Absage deutlich zu lesen gewesen, so Deckmann.
Mit Blick in die Zukunft setzt auch die CDU auf den "New Park". "Das Konzept ist schlüssig, aber wir kennen ja auch dazu die Haltung der Waltroper SPD ..." Ein Dattelner Alleingang ist für ihn deshalb kein Tabu. Deckmann: "Die Notwendigkeit, die Zwangslage ist da. Und durch die Forderung der EU, weitere Zechen zu schließen, wird der Druck auf die Arbeitsplätze noch erhöht."
Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Peter Müller ist über die BMW-Entscheidung "sehr enttäuscht". "Das wäre eine tolle Sache für die Region gewesen"; sagte Müller, und verweist ebenfalls auf den Arbeitsplatzabbau im Bergbau. Was die Gründe von BMW angeht, hoffe ich nur, dass sie nichts mit den Unstimmigkeiten in Waltrop zu tun hatten." Auch für ihn ist der "New Park" eine Alternative. Müller: "Sicher, da müssen die Inhalte diskutiert werden - aber bitte nicht zu lange. Der 'New Park' ist eine Chance, die wir ergreifen müssen."
"Großes Bedauern" über die Absage auch München äußerte auch FDP-Fraktionschef Peter Mielke. Auch er gibt der SPD aber auch den Grünen die Schuld: "Entscheidend verantwortlich ... ist die unsägliche Verweigerungshaltung der Waltroper SPD sowie der Grünen in Datteln und Waltrop." Dies habe ein industriefeindliches Klima geschaffen und "bedauerlicherweise die guten Chancen der Region erheblich beschädigt." Trotzdem sei es unabdingbar, in der Entwicklung des Lippetals den einschlagenen Weg fortzusetzen. Dem "New Park" komme nun besondere Bedeutung zu.
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Quelle: WAZ Datteln, 10. November 2000